13. März 1920: Der Ministerialbeamte Wolfgang Kapp und der General der Infanterie Walther von Lüttwitz wollen mit Hilfe von General Erich Ludendorf, der mit den völkischen Kreisen sympathisiert, die ungeliebte Weimarer Republik beseitigen. Da viele Reichswehroffiziere und die Sicherheitspolizei den zur Abwehr des Putsches notwendigen Schutz verweiger, müssen die Reichsregierung unter Reichskanzler Gustav Bauer, Reichspräsident Friedrich Ebert und der gegenüber dem Militär arglose Reichswehrminister Gustav Noske fliehen, Finanzminister Matthias Erzberger taucht unter. Doch schnell entflammt Streit unter den Putschisten. Schließlich zwingt der Widerstand der Arbeiter, Angestellten und Beamten im größten Generalstreik der deutschen Geschichte die Putschisten in die Knie. Nach fünf Tagen ist der Spuk zu Ende, Recht und Gesetz sind (zunächst) wieder hergestellt.

Regisseur Bernd Fischerauer, der in "Der Gewaltfrieden" die Anfänge der Weimarer Republik bis zum Abschluss des Versailler Vertrags thematisierte, schildert in seiner minutiösen, aber etwas steif geratenen Geschichtsstunde den Ausbruch und Ablauf des sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsches. Neben der Rekonstruktion der Umstände, die zum ersten, zunächst erfolgreichen Staatsstreich gegen die Weimarer Republik führten, zeigt Fischerauer, dass sich das Volk als demokratisch gesinnt und wehrhaft erwies, während sich große Teile der Armee und der Justiz - die Jahre später die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten förderten - bereits 1920 als sehr offen für antidemokratische und diktatorische Einflüsse zeigten.

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