Von April 1795 bis September 1801 nahmen zwei Angestellte eines Pariser Leichenschauhauses rund 400 Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben waren, zur zeitweiligen Aufbewahrung entgegen. Nach sorgfältiger Untersuchung jeder Leiche hielten sie akribisch sämtliche Einzelheiten hinsichtlich Geschlecht, Alter, Zustand des Gebisses, Körpernarben und Inhalt der Taschen der Opfer fest. Diese Aufzeichnungen - wenige Jahre nach der Französischen Revolution niedergeschrieben - sind heute eine interessante Informationsquelle.

Regisseur Peter Greenaway ("Der Kontrakt des Zeichners", 1982, "Verschwörung der Frauen", 1988) stellte die Szenen nach und puzzelte aus diesen Informationen ein sarkastisches TV-Dokumentarspiel, das Leben und Schicksal der Toten noch einmal transparent macht. Der ohnehin filmisch vom Tod inspirierte Greenaway gibt so z.B. der an Kindbettfieber erkrankten Wöchnerinnen wieder ein Gesicht, die sich in ihrem Delirium in der Seine waschen wollten. Er zeigt Matrosen, die am Zahltag ausgeraubt und im eiskalten Wasser ertränkt wurden, und unvorsichtige Kinder, die an einem Wintermorgen auf der dünnen Eisdecke der Seine einbrachen.