Am 20.6.1948 wird die Währungsreform in den Westzonen wirksam, drei Tage später wird in der in der Sowjetzone die Ostmark eingeführt. Als die Sowjets schließlich am 24. Juni beginnen, Berlin zu blockieren, droht Deutschland die Spaltung. Vor diesem Hintergrund tagt der Verfassungskonvent auf der Insel Herrenchiemsee vom 10. August bis 23. August 1948. Nach dem Beschluss der Zusammenlegung der drei Westzonen zu einem Weststaat durch die Westalliierten versammeln sich im Auftrag der Ministerpräsidenten der Länder im Alten Schloss hochrangige Experten, deren Aufgabe es ist, einen "Verfassungsentwurf aus(zu)arbeiten, der dem Parlamentarischen Rat als Unterlage dienen" könne - ohne die endgültige Teilung Deutschlands zu provozieren. Die Vergangenheit der Teilnehmer umfasst das gesamte Spektrum, reicht von dem NS-Regime nahen Rechtsprofessor Theodor Maunz bis hin zum ehemaligen KZ-Häftling Hermann Brill ...

Regisseur Bernd Fischerauer ("Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht", "Hitler vor Gericht") taucht hier tief die deutsche Nachkriegszeit ein und schildert packend und realitätsnah den Entstehungsprozess des Grundgesetzes. Der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee hat nicht nur den Demokratisierungsprozess in Deutschland entscheidend beeinflusst, er hat auch einen "Exportschlager" geschaffen: ob Südafrika, Ungarn, Spanien u. a. mehr - kaum eine andere Verfassung ist in den vergangen 60 Jahren von anderen Staaten häufiger als Vorbild für die eigene herangezogen worden.

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