Auf den ersten Blick sieht das aus wie ein Abklatsch des Kinohits "Die Truman Show" mit Jim Carrey. Denn die Story von "Ed TV" handelt von einem jungen Mann, dessen ganzes Leben eine Fernsehsendung ist. Und doch sind die Unterschiede ganz erheblich. Während Truman nichts davon ahnt, dass er stets auf Sendung ist, weiß Ed Pekurny ganz genau, worauf er sich einlässt. Er unterschreibt einen Vertrag, dass ab sofort bei allem, was er tut (einmal abgesehen von Tätigkeiten auf dem Stillen Örtchen), ein Kamerateam dabei ist.

Matthew McConaughey spielt diesmal zum Glück nicht einen dieser biederen Langeweiler wie sonst (vgl. "Amistad", "Contact" oder "Die Jury"), sondern überrascht mit ein paar - allerdings merklich gerundeten - Ecken und Kanten. Bezeichnend ist allerdings, dass sein Bruder, gespielt von Hollywood-Vollproll Woody Harrelson ("Natural Born Killers"), die wesentlich interessantere Gestalt ist. Sehr unterschiedlich sind die Darstellerleistungen: Jenna Elfman macht durch natürliches und unverkrampftes Spiel Punkte, die Liz Hurley mit mit überzogenem Gehabe wieder verschenkt. An die beiden großen Mediensatiren der der 90er Jahre, "Truman Show" und "Pleasantville - Zu schön um wahr zu sein", kommt "Ed TV" also nicht ganz heran. In den entscheidenden Momenten ist Regisseur Ron Howard ("Apollo 13") dann doch wieder zu feige, jenen Leuten auf den Schlips zu treten, die es verdient haben. Er scheint den Kern der Sache nicht richtig verstanden zu haben: Wenn sich Ed und Shari hinter einer Jacke verstecken, um sich für einen Kuss einen kurzen Moment Intimität zu gönnen, hat er nichts Eiligeres zu tun, als sofort die Kamera auf die andere Seite zu schicken, um zumindest seinem Publikum die Szene brandheiß zu servieren. Auch die Konfliktlösung am Ende wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen und nicht ganz glaubhaft.

Foto: Universal