Die 13-jährige Hanna hat es nicht leicht: Ihre Eltern, ein staatenloser jüdischer Schriftsteller und eine katholische Näherin, streiten sich ständig über Religion, Familie und meist fehlendes Geld. Für das junge Mädchen, das sich auf dem Sprung ins Erwachsen werden befindet, scheint in der Gedankenwelt ihrer Eltern kaum Platz zu sein. Nur im Kino findet Hanna die Geborgenheit, die sie in ihrem Alltag vergebens sucht: Die Geschichte der Nana S., die Hauptfigur des Jean-Luc Godard-Filmparabel "Vivre sa vie" wird Idol und Lehrmeisterin zugleich für Hannas Entwicklung vom Mädchen zur Frau...

Das eindrucksvolle und vielfach preisgekrönte Porträt eines Teenagers im Montreal des Jahres 1963, von Regisseurin Lea Pool ("Im Zug der Leidenschaft") sensibel inszeniert. Sie zeichnet das Bild eines Mädchens, das mit den vielfältigen Problemen der Pubertät und des Erwachsenwerdens allein fertig werden muss. Die Kritik sparte nicht mit Blumen, als sie den Film bei der Berlinale 1999 mit dem Spezialpreis der Jury krönte.

Foto: Universum