Die dreizehnjährige Johanna und ihre sechsjährige Schwester Moni werden immer wieder Zeugen der Übergriffe gegen ihre Mutter. Denn obwohl ihr Vater Robert erst kürzlich eine Therapie hinter sich gebracht hat, wird er permanent gewalttätig und lässt seinen Aggressionen freien Lauf. Da kann auch die älteste Schwester – sie wohnt schon längst nicht mehr bei der Familie – kaum etwas unternehmen. Erst als sich Johanna zum ersten Mal verliebt, ist sie nicht mehr gewillt, nach außen den Schein zu wahren ...

Und wieder einer jener Betroffenheitsfilme von Bildungsbürgern und deren Sicht auf soziale Brennpunkte. In holpriger Inszenierung beschreibt die finnische Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen zwar die Auswüchse häuslicher Gewalt, versteht es aber nicht, sich für eine der Figuren wirklich zu interessieren. Hier wurden quälend lange Einstellungen offenbar mit Einfühlsamkeit verwechselt. Was eine spannende Geschichte über die Scham der Opfer hätte werden können, ist vor allem eines: furchtbar langweilig!



Foto: Kordes Kordes Film/Christine A. Maier