Nana liebt ihren Mann Paul noch immer, möchte aber ihr Leben ändern. Doch die Zeiten sind hart. Nana arbeitet als Schallplattenverkäuferin, der Lohn reicht nicht einmal für die Miete. Im Kino sieht sie sich den Stummfilm "Die Passion der Jeanne d’Arc" an und weint ob des Schicksals der Heldin. Nana lässt von einem Fotografen Bilder machen, sie träumt von einer Filmkarriere. Weil sie auf der Straße gefundenes Geld zu lange behalten hat, wird sie auf dem Polizeirevier verhört. Ein Mann spricht sie an, und sie geht mit ihm in ein Hotel. Yvette, eine Freundin, die als Prostituierte arbeitet, macht Nana mit einem Zuhälter bekannt. Doch die zeigt nur Interesse für einen jungen Mann und tanzt für ihn. Dann begegnet sie dem Zuhälter Raoul, der sie unter seine Fittiche nimmt. In einem Café führt Nana mit einem Philosophen ein tiefsinniges Gespräch über die Sprache, das Denken und die Liebe. Nana trifft den jungen Mann wieder, er bittet sie, zu ihm zu ziehen. Doch ihr Zuhälter hat andere Pläne...

Nach dem Buch "Ou en est la prostitution" des Richters Marcel Sacotte drehte Godard ein Film in "zwölf Bildern", ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury 1962 beim Filmfestival in Venedig. Godards moderne Leidensgeschichte ist eine Synthese aus cineastischer Vision und moralischer Erzählung. Diese aktualisierte Version von Dreyers "Passion der Jeanne d’Arc" ist der Versuch, mit der Dialektik von Bild und Ton und dem Brechtschen Verfremdungseffekt, die Heldin (benannt nach Emile Zolas "Nana") ihrem banalem Alltag, dem Gefängnis von Körper und Geist, der Einsamkeit zu entreißen.