In Buenos Aires kämpft das Ensemble des einst revolutionären "Spiegel-Theaters" gegen die drohende Schließung. Die Schauspieltruppe muss sich nicht nur der Habgier der Immobilienspekulanten erwehren. Wirtschaftliche Sachzwänge, die staatliche Bürokratie, die Kulturindustrie des Fernsehens und ein beängstigender Zuschauerschwund machen den betagten Mimen zu schaffen. Doch am Ende siegt die Kunst.

"Der letzte Vorhang" von Fernando E. Solanas ist eine in ebenso düsteren wie poetischen Bildern vorgetragene Sozialkritik an einer Gesellschaft, die sich buchstäblich im Rückwärtsgang befindet. Ein traumhafter Film, der durch seine spielerische Verbindung von Metaphorik und harter Realität besticht. Mit blaustichigen Bildern eines wolkenverhangenen und verregneten Buenos Aires im fahlen Zwielicht sowie mit dem häufig aufgegriffenen Stilmittel rückwärtslaufender Bilder findet Fernando E. Solanas sinnfällige Metaphern für die von ihm angeprangerten Missstände. Ein Schlüsselwerk über die Geschichte Argentiniens während der vergangenen 20 Jahre, und ein ebenso liebenswürdiger wie humorvoller Film über die Kunst, "nein" zu sagen.