Zwei kleine Mädchen krabbeln auf einen Dachboden und finden dort ein Märchenbuch. Die kleinere liest der größeren Schwester daraus das Märchen "Blaubart" vor und beide Mädchen kommentieren es. Die große Schwester Marie-Anne hat Angst vor der brutalen Schauermär, während die kleine Catherine mit immer größerer Begeisterung dem blutrünstigen Finale entgegenfiebert - auch und vor allem, weil sie sich an der Angst der Älteren beziehungsweise ihrer erzählerischen Macht über sie zu weiden beginnt ...

Ende des 17. Jahrhunderts veröffentlichte der französische Beamte und Schriftsteller Charles Perrault (1628-1703) seine Märchensammlung "Contes de ma Mère l’Oye", die auch die Fabel "La Barbe bleue" enthielt, die später weltbekannt wurde und bereits vielfach verfilmt wurde. Frei nach Perraults Märchen inszenierte die nicht unumstrittene französische Regisseurin Catherine Breillat ("Ein Mädchen", "Romance") die Geschichte um den berühmten Frauenmörder. Dabei bediente sie sich zweier erzählerischer und visueller Ebenen: Einerseits geht es natürlich um das Märchen als solches, anderseits um die Rahmenhandlung mit den beiden jungen Mädchen und wie diese mit dem Erzählten umgehen.

Foto: arte F/Flach Film/Laurent Bourlier