Maria, die Tochter eines Tankstellenpächters, liebt ihren Freund Joseph, lehnt jedoch die körperliche Liebe ab. Da eröffnet ihr eines Tages ein rätselhafter Fremder, dass sie schwanger sei und ein Kind gebären werde. Maria ist fassungslos. Als sie Joseph davon erzählt, stürzt das ihn in eine schwere Krise; er ist weder willens noch fähig, das Unbegreifliche zu akzeptieren. Auch Maria fällt es sehr schwer zu verstehen, dass etwas auf unerklärliche Weise von ihr Besitz ergriffen hat. Wenn sie von einem "großen Geheimnis" spricht, ist sie einem inneren Einverständnis nahe; dann wieder weigert sie sich, das unglaubliche Geschehen anzunehmen ...

Godard transportiert die biblische Geschichte der "unbefleckten Empfängnis" Marias in die heutige Zeit. Jean-Luc Godard provozierte mit diesem Werk seinerzeit einen Skandal. Der Film ist zwar eigenwillig, aber nicht blasphemisch. So entwickelt er aus der Story eine ebenso persönliche wie provozierende Auseinandersetzung mit den Fragen des menschlichen Seins. Auf verschiedenen, kunstvoll miteinander verwobenen Handlungsebenen und vor dem Hintergrund der modernen Welt verweist der Film auf Fragen der Dualität von Körper und Geist, von Individuum und Gott, von Naturwissenschaft und Mystik. Neben einer metaphorischen Bildsprache arbeitet Godard mit einer Fülle literarischer, philosophischer und theologischer Verweise.

Foto: StudioCanal