Der Archäologe und ehemalige Pater Lankester Merrin hat im Zweiten Weltkrieg in seiner Heimat Holland grauenhafte Dinge erleben müssen und den Glauben an Gott verloren. Um den furchtbaren Erinnerungen zu entgehen, hat er Holland gen Ägypten verlassen und fristet in Kairo mehr schlecht als recht sein Leben. Eines Tages nimmt er von einem Sammler den Auftrag an, in einer zuvor entdeckten christlich-byzantinischen Kirche in der unzugänglichen Turkana-Region von Kenia nach einer geheimnisvollen Reliquie zu suchen. Dies ist der Auftakt zu grauenvollen Ereignissen...

1973 sorgte William Friedkins Horrorklassiker "Der Exorzist" für weltweites Aufsehen: Leute verließen geschockt scharenweise vorzeitig die Kinos, andere kamen dem perfekten, aber recht hanebüchenen Thrill nur mit Lachen bei. Nun geht das Grauen weiter, denn Regisseur Renny Harlin ("Stirb langsam II", "Cliffhanger") zeigt hier die Erlebnisse, die Pater Merrin 25 Jahre vor der Teufelsaustreibung bei Linda Blair ertragen musste und die ihn schließlich den Weg zum Exorzismus wiesen. Nach einer recht langatmigen Exposition kommt endlich mehr Fahrt auf, wenn der überzeugende Hauptdarsteller Stellan Skarsgård dem mysteriösen Geheimnis auf die Spur kommt. Das alles ist solide inszeniert und von Kamera-Legende und Oscar-Gewinner Vittorio Storaro ("1900 - Gewalt, Macht, Leidenschaft", "Apocalypse Now", "Der letzte Kaiser") in ausgezeichneten Bildern eingefangen, doch so richtig fesselt das Drehbuch den Zuschauer nicht. Doch aufgepasst, einige Szenen sind nichts für zart besaitete Seelen! Interessantes am Rande: Von "Exorzist: Der Anfang" entstanden zwei komplette Versionen. Zunächst drehte Paul Schrader eine als Psychodrama angelegte Version, die den Produzenten allerdings zu schlapp daherkam, so dass Harlin mit einer zweiten, Action lastigeren Version betraut wurde.

Foto: Warner