Was ist aus den großen Träumen geworden, was aus dem Leben des jungen Mannes, der wie Abertausende freiwillig beschloss, für sein Vaterland in den Vietnamkrieg zu ziehen? Der ganz normal amerikanisch-patriotisch dachte, auch weil er streng und erzkonservativ erzogen worden war. Ron Kovic war ein typischer US-Boy, auf sportliche Leistungen versessen, zaghaft von den hübschen Mädchen schwärmend, immer manierlich gekleidet und den Kopfputz sauber kurzgeschnitten. So zog er in den Krieg, um kurze Zeit später als Krüppel wiederzukehren. Gebrochen, verletzt, verunsichert und desillusioniert. Für Ron Kovic, der querschnittsgelähmt und impotent im Rollstuhl sitzt, ist der Wunsch, ein Held zu sein, wie eine Seifenblase einfach zerplatzt ...

Nur einer hatte soviel Einsicht und auch den entsprechenden Mut, die Geschichte von Ron Kovic fürs Kino zu inszenieren: Oliver Stone, der in Tom Cruise einen bemerkenswerten Hauptdarsteller fand. Dieser hatte zwar schon ein Jahr zuvor (1988 in "Rain Man") bewiesen, dass er sich auf mehr als smarte-harte Rollen versteht. Doch "Geboren am 4. Juli" forderte dem Hollywood-Beau extremes Einfühlungsvermögen für einen Behinderten ab - eine Aufgabe, die er in enger Zusammenarbeit mit dem "echten" Ron Kovic perfekt meisterte. Regie und Schnitt wurden jeweils mit dem Oscar ausgezeichnet.

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