1935 - 1940: In Berlin feiern Karl Weiss und Inga Helms im Jahr 1935 ihre Hochzeit. Beide sind deutsche Staatsbürger. Karl Weiss ist Sohn einer jüdischen Familie, während seine Frau nach den Begriffen des nationalsozialistischen Staates als "arisch" gilt. Wenig später werden die Nürnberger Gesetze erlassen, die so genannte "Mischehen" als "Rassenschande" unter Strafe stellen. Trotzdem kann sich Familie Weiss nicht entschließen, Deutschland zu verlassen. Noch ist der Schrecken, mit dem die Nazis bald ihre jüdischen Mitbürger überziehen werden, real nicht vorstellbar.

Der vierteilige Fernsehfilm von Marvin J. Chomsky ("Der Tank", "Peter der Große", "Katharina die Große") erzählt von der Verfolgung und Vernichtung der Juden im nationalsozialistischen Deutschlan und gehört seit seiner Erstaustrahlung 1979 zu den Höhepunkten der deutschen Fernsehgeschichte. Sein Erfolg sprengte alle Erwartungen. Zum ersten Mal wurde in so populärer Weise den Fakten des Holocausts und den namenlosen Opfern eine Identität verliehen: Jene der Familie Weiss. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er den Preis der deutschen Filmkritiker für die Kategorie Fernsehen ebenso wie den Peabody Award. Marvin J. Chomsky und Bruce S. Pustin bekamen den Directors-Guild-of-America-Award und Michael Moriarty und Rosemary Harris wurden mit einem Golden Globe bedacht.

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