Er wurde zum berühmtesten Deutschen seiner Zeit, weil er die "Neue Welt" vermessen, ihre Wunder der Menschheit zugänglich gemacht und in seinem Mammutwerk "Kosmos" festgehalten hat: Im Jahr 1799 bricht Alexander von Humboldt, begleitet von dem Botaniker Aimé Bonpland, zu einer jahrelangen Reise durch den südamerikanischen Kontinent auf. Tausende von Kilometern legen sie zurück. Zu Fuß und mit dem Kanu durchqueren sie fieberverseuchte Urwälder und Steppen, durchschwimmen Flüsse und besteigen schließlich den höchsten damals bekannten Gipfel der Welt. Die Erforschung des Orinoco-Flusses in Venezuela und - als immer gegenwärtiges Ziel - die Die Besteigung des Chimborazo-Berges stehen im Mittelpunkt des Films, der die Abenteuer Humboldts an Originalschauplätzen dramatisch inszeniert. Immer wieder werden die Reisenden fast zum Aufgeben ihres ehrgeizigen Plans gezwungen. Sie begegnen Kannibalen, werden von Krankheiten befallen. Aber Humboldt will weiter, auf den Gipfel. Am Weg findet, beschreibt und klassifiziert er nie gesehene Tier- und Pflanzenarten. Er wird zum ersten Vertreter eines neuen, "vernetzten" Denkens. Am Ende seines Lebens unternimmt Alexander von Humboldt noch einmal einen "Gipfelsturm": Er schreibt den "Kosmos". Gero von Boehm lässt in seinem Film Humboldts Gefährten Aimé Bonpland zurückkehren. Bonpland will dafür sorgen, dass Humboldt die gigantische Leistung, "Himmel und Erde in einem Werk" zusammenzufassen, beendet.

Auftakt der Reihe von Gero von Boehm über berühmte Deutsche. Was haben Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe, Alexander von Humboldt, Ludwig van Beethoven, Sigmund Freud und Albert Einstein gemein? Ein religiöser Revolutionär, ein lebensfroher Poet, ein abenteuerlustiger Wissenschaftler, ein ertaubender Musiker, ein erfolgssüchtiger Arzt und nicht zuletzt ein zerstreuter Professor - sie sind aufgewachsen mit der deutschen Muttersprache, und sie alle veränderten die Welt. Jeder von ihnen ein Genie. Ihr Werk Meilensteine in der Kunst und Wissenschaft. Sie alle waren ihrer Zeit weit voraus, sie waren Querdenker und Nonkonformisten, bereit neue Wege zu gehen, oft gegen die vorherrschende Meinung. Jeder ein großer Entdecker in seiner ureigenen Welt. Aber sie waren auch Opfer ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten, ihre Lebensgeschichten sind oft märchenhaft und haarsträubend zugleich. Wie nur wenige andere in ihrer Zeit, waren sie für die Schwingungen des Lebens empfänglich, waren fähig Stimmungen zu spüren und Vorreiter des Neuen zu werden. Mit Haut und Haaren verschrieben sie sich ihren Leidenschaften, gaben alles, um den Menschen neue Dimensionen zu eröffnen - Wunderkinder, Eigenbrödler, Choleriker Pessimisten, Clowns - aus welchen Stoff sind Genies?