Adolf Eichmann, Cheforganisator der Judendeportationen in die Vernichtungslager und einer der größten Kriegsverbrecher im "Dritten Reich", taucht nach Kriegsende in der Nordheide unter. Dort verdingt er sich als Holzfäller und Hühnerzüchter, unweit vom ehemaligen KZ Bergen-Belsen. 1950 setzt er sich wie viele Nazis nach Argentinien ab und holt 1952 seine Frau und drei Söhne nach. Die deutsche Gemeinde in Buenos Aires ist überschaubar; sie besteht aus Nazis und Juden, aus Tätern und Opfern. Auch Lothar Hermann, Jude und KZ-Überlebender, hat sich 1942 dorthin in Sicherheit gebracht. Seine Tochter Silvia verliebt sich in "Nick", ohne zu wissen, dass es sich dabei ausgerechnet um Eichmanns Sohn Klaus handelt. Diese Liaison soll Adolf Eichmann zum Verhängnis werden ...

Dass Regisseur Raymond Ley ein Händchen für historisch belegte Stoffe hat, bewies er bereits mit seinem Doku-Drama "Die Nacht der großen Flut", in dem er die Ereignisse rund um die große Hamburger Flutkatastrophe am 17. Februar 1962 verarbeitete. Hier nun nahm er sich der Geschichte des Schreibtischtäters Adolf Eichmann (1906-1962) an, der vom Büro aus den Holocaust plante. Die Alliierten wurden auf Eichmann und seine Verbrechen allerdings erst aufmerksam, als bei den Nürnberger Prozessen immer wieder sein Name fiel. Nach 1945 lebte Eichmann unter falschem Namen in Deutschland und Argentinien, 1961 schließlich spürte ihn der israelische Geheimdienst Mossad in Buenos Aires auf und entführte ihn nach Jerusalem. Dort wurde Adolf Eichmann nach langer Gerichtsverhandlung zum Tode verurteilt und am 30. Mai 1962 hingerichtet. Leys Dokudrama erzählt mit Berichten von Betroffenen und Zeitzeugen, historischem Bildmaterial und dokumentarischen Spielszenen mit ausgezeichneten Darstellern die fast unglaubliche Geschichte von der Entdeckung und Ergreifung Eichmanns.