Der Niederländer Cornelius "Cees" Nooteboom, 1933 in Den Haag geboren, ist wohl einer der herausragensten Schriftsteller seines Heimatlandes. Bereits im jungen Jahren ging er nach Paris, arbeitete als Journalist und verfasste in der Folgezeit Gedichte, bevor er in den Achtzigerjahren mit Romanen wie "Rituale", "Die Reise nach Santiago" und "Die folgende Geschichte" über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt wurde. Daneben verfasste der Weltenbummler und Weltbürger immer wieder Essays und Reiseberichte.

Anlässlich des 70. Geburtstages von Cees Nooteboom am 31. Juli 2003 drehte Heinz Peter Schwerfel dieses Porträt, das aber nicht lieblos die Lebendaten des so Geehrten herunterbetet, sondern Freunde befragt, also Schriftsteller, Philosophen, Künstler, die über ganz Europa verstreut leben. Der Film besteht aus vier Handlungsfäden, die sich immer wieder kreuzen. Einmal die Reisen und Begegnungen des heutigen Nooteboom, seine Spaziergänge durch Lissabon, Paris, Berlin und Budapest, dazu die Arbeit am Schreibtisch, die Gespräche mit den Freunden, die jeweils ihr Lieblingsbuch vorstellen. Und schließlich das Archivmaterial: Authentisches, aber auch Fingiertes aus Fernsehsendungen, Ehrungen, Lesungen und historische Ereignisse, die Nooteboom erlebte und in denen seine individuelle Lebensgeschichte verschmilzt mit der Zeitgeschichte der letzten 50 Jahre.