Mit "The Social Network" bewies Drehbuchautor Aaron Sorkin schon einmal, dass er den Zuschauern die turbulente Welt des Silicon Valley nahe bringen kann. Gemeinsam mit Regisseur Danny Boyle widmet er sich nach Mark Zuckerberg nun einer zweiten bedeutenden Person aus der Gegend: Apple-Mitbegründer Steve Jobs.

Dass dieser, abseits seiner groß inszenierten Produktpräsentationen, oftmals ein unangenehmer Zeitgenosse gewesen ist, dürfte den meisten bekannt sein. Diese Ambivalenz aber auf den Bildschirm zu bringen, ist ein schwieriges Unterfangen. Immerhin wechselt Jobs in der Biografie von Walter Isaacson, auf der das Biopic beruht, stets zwischen genialem Tüftler, eiskaltem Kapitalisten, emotionslosem Familien(un)menschen und gefeiertem Popstar.

Eines sei verraten: Michael Fassbender, der das Computergenie in dem Film verkörpert, ist es gelungen, diese vielen Seiten darzustellen. Die eigentlich dritte Wahl für die Hauptrolle des Films wechselt spielend zwischen den vielen Facetten der Persönlichkeit Jobs' hin und her, auch wenn er rein äußerlich dem Apple-Gründer so gar nicht ähnelt - was anfangs für Verwirrung sorgt.

Detailgetreues Denkmal

Danny Boyle zeichnet in "Steve Jobs" ein ehrliches Bild des verstorbenen Apple-Gründers. Im Gegensatz zu vorherigen Filmen (zum Beispiel "jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs" mit Ashton Kutcher) spart er nicht an Kritik und zeigt seinen Protagonisten schonungslos wie auch Walter Isaacson in seinem Buch. Das hatte im Vorfeld einigen von Jobs' früheren Weggefährten gar nicht gefallen.

Voraussetzung, um den Film richtig genießen zu können, ist allerdings etwas Hintergrundwissen, da einige Verweise sonst aus der Luft gegriffen wirken.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Steve Jobs":