Inge Brandenburg wurde 1929 in Leipzig geboren, wuchs in schwierigen Verhältnissen auf und stand frühzeitig auf eigenen Beinen. Ihre Gesangskarriere begann in den Soldatenclubs der US-Army. Anfang der Sechzigerjahre wurde sie als eine der besten europäischen Jazzsängerinnen Festival Européen du Jazz in Antibes geehrt und gefeiert. Das Time Magazine verglich sie mit Billie Holiday und schnell standen Überlegungen für eine Vermarktung in der USA im Raum. Die deutsche Plattenindustrie indes reduzierte sie auf Schlager. Erfolglos!

Marc Boettcher ("Strangers in the Night - Die Bert-Kaempfert-Story") zeichnet ein abwechslungsreiches Porträt der Jazz-Sängerin Inge Brandenburg, die durch ihren dramatischen Interpretationsstil und ihre emanzipierte Erotik auffiel. Der Filmemacher erzählt die Geschichte der Künstlerin, die von den deutschen Medien und der deutschen Plattenindustrie viel zu lange ignoriert wurde. Für seine Dokumentation hat Boettcher eine große Zahl an Archivaufnahmen gesammelt und lässt Inge Brandenburg selbst zu Wort kommen. Boettcher setzt damit der Ausnahmekünstlerin zwölf Jahre nach ihrem Tod ein wunderbares, sehenswertes Denkmal.



Foto: Edition Salzgeber