Jörg Immendorff (1945-2007) war einer der bekanntesten deutschen Künstler und lebte und arbeitete neun Jahre mit dem Wissen um seine unheilbare Erkrankung ALS (amyotrophe Lateralsklerose), einer tödlichen Nervenkrankheit. Regisseurin Nicola Graef besuchte Immendorff in seinem Atelier und zeigt, wie der Künstler trotz langsam erlahmender Arme und Beine weiter neue Kunstwerke schuf und an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte. Wie veränderte die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit und die Unausweichlichkeit dieser Situation sein Leben und seine Kunst?

Nicola Graef begleitete Immendorff bei den Ausstellungsvorbereitungen für die große Retrospektive in der Berliner Nationalgalerie. Freunde und Künstlerkollegen wie Markus Lüpertz, Jonathan Meese, Tilman Spengler oder Kasper König kommen zu Wort, ebenso seine Mutter Irene Immendorff sowie Oda Jaune, seine junge Ehefrau und ehemalige Studentin. Graefs Film ist auch eine Hommage an einen Mann, der in seiner starken Prägung durch Joseph Beuys den Kampf für eine bessere Welt und den Widerstand gegen Ungerechtigkeit nie aufgegeben hat, weder als Künstler noch als Mensch.

Foto: RealFiction