Ein Tag wie jeder andere. Auf einem Flughafen treffen drei grundverschiedene Menschen zusammen und sind plötzlich aufeinander angewiesen: Heike, Mitte 40, ist die deutsche Vorarbeiterin der Putzkolonne am Flughafen. Ihr wenig erquicklicher Alltag hat sie zu einer mürrischen Frau gemacht, verbittert und vom Leben enttäuscht. Am Morgen erfährt sie durch einen Zufall, dass ihr Mann sie betrügt. Nina dagegen ist vorbestraft und die Neue in der Putzkolonne. Das Arbeitsamt hat sie zu diesem Job verpflichtet. Darüber hinaus hat sie an diesem Morgen auch noch feststellen müssen, dass sie schwanger ist, was ihr ohnehin chaotisches Leben vollends durcheinander bringt. Der Kurde Kawa hingegen soll an diesem Tag in die Türkei abgeschoben werden, wo Gefängnis und Schlimmeres auf ihn warten. Als sich alle drei gemeinsam in einer Besenkammer des Flughafens wiederfinden, in die sich auch Kawa geflüchtet hat, nimmt die Geschichte dieses Tages ihren merkwürdigen Lauf...

Das Gesellschaftsdrama ist der Abschlussfilm der 1964 in Spanien geborenen Historikerin und Regisseurin Marina Caba Rall an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg, an der sie von 1994-2003 studierte. Ebenso wie in ihrer Liebesgeschichte "Sternschnuppe", die bereits 1999 entstand, befasst sich Caba Rall in "Last Minute" mit dem Misstrauen gegenüber Fremden, wie sie es nach eigenen Worten selbst erlebt hat. Heraus gekommen ist ein humorvoller Blick auf die deutsche Asylpolitik, eine Aufforderung zur Zivlcourage, hervorragend gespielt und mit knappen Budget realisiert.

Foto: mîtosfilm