1.September 1939: Der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen und die verzweifelte Attacke der polnischen Kavallerie gegen die vordringenden Panzer markieren den Beginn der polnischen Tragödie während des Zweiten Weltkriegs. Auf dem Marsch zur Front macht die Schwadron des Rittmeisters Chodakiewicz in einem Landgut Rast. Nur der Gutsbesitzer ist zurückgeblieben. Er schenkt dem Rittmeister die wunderschöne weiße Stute Lotna. Oberleutnant Wodnicki und Wachtmeister Latón sind von dem Tier ebenso begeistert wie auch Fähnrich Grabowski, der ein makabres Spiel gewinnt: Sollte der Rittmeister fallen, übernimmt der Fähnrich das Pferd. Kurze Zeit später wird Chodakiewicz tödlich getroffen. Am nächsten Tag kommt der Fähnrich bei einem Luftangriff um. Von nun an sind die Soldaten überzeugt, Lotna bringe Unglück...

Wajda schildert mit diesem Film die Tragödie vom Untergang der polnischen Armee. Das Werk fand im kommunistischen Polen der 50er und 60er Jahre wie übrigens auch im gesamten Ostblock nur wenig Sympathie. Zu viele schmerzliche Erinnerungen an offiziell totgeschwiegene Ereignisse wurden mit dieser symbolhaften Geschichte geweckt: die Ermordung Zehntausender polnischer Offiziere im Wald von Katyn auf Stalins Befehl oder das Scheitern des Warschauer Aufstands von 1944, dem die Rote Armee tatenlos zugesehen hatte. Zudem war es ein Herzensanliegen Wajdas, der in der Offizierswelt seines Vaters aufwuchs, in "Lotna" eigene Erlebnisse ebenso zu verarbeiten wie tragische Sterben der traditionsreichen polnischen Kavallerie.