Sein Name gleicht einer Zauberformel. Kaum einer hinterließ der Nachwelt ein so gewaltiges künstlerisches Erbe wie Michelangelo (1475-1564). Im Zentrum des Films steht der widersprüchliche Mensch mit der ganzen Bandbreite seiner Leidenschaften und die Vision von der Erschaffung der Welt. Der titanische Arbeitsprozess in der Sixtinischen Kapelle und die Entstehungsgeschichte des David, den Jahr für Jahr erneut Millionen Bewunderer zum Mister Universum küren, bilden den roten Faden. Daran knüpfen sich im Wechsel Szenen und Schauplätze, die dem Zuschauer überraschende Einblicke in Leben und Leiden Michelangelos und seine Zeit vermitteln, die Epoche der Renaissance.

"Der Göttliche" nannten ihn seine Zeitgenossen voller Ehrfurcht. Aber der Zuschauer begegnet nicht nur einem besessenen Genie, sondern auch einem erbarmenswerten Menschen, der sich selbst am meisten bemitleidete: "Ich nähr mich nur von dem, was glüht und brennt, und lebe von dem, woran die andern sterben. Frohsinn finde ich in dunkler Schwermut." Fragen werden gestellt, die bisher unbeantwortet blieben. War eine Krankheit der Motor für seine Schaffenskraft? War das Genie ein Autist, dessen Kunst durch die Obsession auf einen eng begrenzten Lebensbereich geprägt wurde, wie Wissenschaftler behaupten? Und war der ewige Nörgler wirklich so arm, wie er lebte? Welche geheimen Botschaften hat der geniale Querkopf in seinem gigantischen Freskenzyklus versteckt?