Das von den Nazis besetzte Paris im Sommer 1942: Der Metzgermeister Edmond Batignole, ein Mann mittleren Alters, der in seiner Ehe gelernt hat, sich unterzuordnen, lebt zusammen mit seiner herrischen Frau, der Tochter und deren Bräutigam in einer "arisierten" großen Wohnung. Der zukünftige Schwiegersohn Pierre Jean Lamour, ein Nazifreund und notorischer Kollaborateur, der Hetzartikel in faschistischen Zeitungen veröffentlicht, hat nicht nur dafür gesorgt, dass Batignole zum Haupt-Fleischlieferanten für das deutsche Militär aufsteigt, er hat auch die luxuriöse Bleibe organisiert. Dass in seiner neuen Wohnung vormals die Familie von Doktor Bernstein gewohnt hat, die eines Tages spurlos verschwand, lässt sich ganz gut verdrängen. Doch eines Tages taucht der 12-jährige Simon Bernstein in der Wohnung auf - ausgerechnet in dem Moment, als die Batignoles ein Fest für ihre deutschen Freunde geben. Nun gerät alles aus den Fugen...

Regisseur, Koautor, Koproduzent und Hauptdarsteller Gérard Jugnot überzeugt mit dieser Tragikomödie um den Läuterungsprozess eines Mitläufers. Auch die Kritiker waren seinerzeit begeistert über den Film, der in Frankreich trotz des brisanten Themas ein Millionenpublikum fand und in den USA, Japan oder Norwegen gleichermaßen ein veritabler Festivalerfolg war. "Monsieur Batignole" erinnert stark an Filme wie "Monsieur Klein" von Joseph Losey (bei dem Jugnot mitspielte) oder "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni. Allerdings konnte Jugnot mit seiner folgenden Regiearbeit "Boudu" nicht an die Qualität und den Erfolg von "Monsieur Batignole" anschliessen.

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