Kafkaesk waren bislang alle neuen "Polizeiruf"-Folgen aus München. Doch musste es nun ausgerechnet eine Transsexuelle sein, die in einer Ausnüchterungszelle stirbt? In "Der Tod macht Engel aus uns allen" (schon der Titel ist unnötig kompliziert) tapert Matthias Brandt als Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels in seinem fünften Fall somnambul durch die meisten Szenen, beobachtet etwa die Kollegen beim "Pimmel-Polo". Dies ist ein "Polizeiruf" für Hartgesottene: häufiger schauspielerischer Dilettanten-Stadl (sicherlich das Versäumnis von Regisseur Jan Bonny), ein schlechter Ton, wackelige Bilder. Der sprunghafte Schnitt strapaziert zudem ebenso die Nerven des Zuschauers wie das unprofessionelle Verhalten der Polizisten.

Denn dass von Meuffels – ohnehin nicht für interne Ermittlungen zuständig – die Transsexuelle Almandine, die Freundin des Opfers, zu Zeugenbefragungen mitnimmt, ist genauso hanebüchen wie die vielen blödsinnigen Szenen am Rande (tote Schwäne, schamlose Privateinblicke mit Ganzkörperrasur u.ä.). Hier spielt der eigentlich spannende Kriminalfall nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache ist offenbar, dass sich in diesem Peinlichkeitenkabinett möglichst viele ausziehen! Stephan Mertens

Foto: BR/Kerstin Stelter