Günter Strack

Günter Strack in "Mit Leib und Seele" Vergrößern
Günter Strack in "Mit Leib und Seele"
Günter Strack
Geboren: 04.06.1929 in Darmstadt, Deutschland
Gestorben: 18.01.1999 in Münchsteinach, Deutschland

Der pensionierte Kommissar, der gerne isst und Winzerei betreibt, ist ihm auf den Leib geschrieben: 76 Drehtage stand der beliebte (und beleibte) Schauspieler Günter Strack für den "Kommissar König" vor der Kamera. Das war ein Traum, nachdem er bereits in "Ein Fall für Zwei" gemeinsam mit Claus Theo Gärtner einen Kommissar gespielt hatte.

Der beliebte Volksschauspieler hat im Fernsehen eine neue Heimat gefunden, seit er 1958 erstmals mit dem Drehergesellen Schmidtche in der beliebten Darmstädter Lokalposse "Der Datterich" von Ernst Elias Niebergall vor der Kamera stand. Theaterkritiker Georg Hensel schreibt in der FAZ zu Stracks 60. Geburtstag: "Das Fernsehen verschaffte ihm die überwältigende Popularität, die das Theater nicht bieten kann. In den grobgestrickten 'Hessischen Geschichten', diesem Babbel-Baedecker durch hessischen Städte und Landschaften, findet er in handfesten Possentypen aus allen sozialen Schichten den Schlaukopf und den Schelm, den man mit Lust triumphieren sieht."

Mehr als 400 Rollen hat Günter Strack gespielt, in Eberhard Fechners "Tadellöser und Wolf" ebenso wie in Carl Zuckmayers "Der fröhliche Weinberg", er mimt den Onkel Ludwig im TV-Hit "Diese Drombuschs" und schließlich den katholischen Pfarrer Kempfert in "Mit Leib und Seele"

Nach dem Abitur studiert Strack an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. In Oberhausen steht er 1949 als Ferdinand in Friedrich Schillers "Kabale und Liebe" erstmals auf der Bühne. Drei Jahre bleibt er in Oberhausen als jugendlicher Liebhaber und wechselt dann ans Landestheater Darmstadt, wo er bis 1953 bleibt. Über Wiesbaden führt ihn sein Bühnenweg nach Hannover und Stuttgart. Strack spielt in Heinrich von Kleists "Der zerbrochene Krug", Johann Nestroys "Lumpazivagabundus" und Iwan Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande". Er ist der Arthur in Eugene O'Neills "O Wildnis" und spielt die Titelrolle in Ben Jonsons "Volpone". Danach arbeitet er nur noch als freier Schauspieler am Theater, wobei die Tournee mit Claus Theo Gärtner in Anthony Shaffers "Revanche" von 1986 eine seiner erfolgreichsten Bühnengastspiele war.

Aber auch im Kino konnte man Günter Strack in interessanten Rollen sehen: So spielt er 1960 unter der Regie von Bernhard Wicki in "Das Wunder des Malachias", 1966 bei Alfred Hitchcock in "Der zerrissene Vorhang", 1974 in Ronald Neames "Die Akte Odessa" und 1983 in Percy Adlons "Die Schaukel". Schließlich lieh Strack auch als Synchronsprecher einer Reihe wichtiger Darsteller seine deutsche Stimme: Orson Welles, Spencer Tracy, Edward G. Robinson und dem "Cannon"-Darsteller William Conrad.

Drei Wochen lang lag er 1997 im Koma, das hat ihn eine seiner liebsten Rollen gekostet: Hans Korte sprang für ihn bei Dieter Wedel als "Der König von St. Pauli" ein. Danach erholte sich Strack zusehends und schmiedete eifrig Pläne, denn er hatte sich vorgenommen, mindestens 80 Jahre alt zu werden. Doch ganz überraschend verstarb er am Januar 1999.

Weitere Filme mit Günter Strack: "Maigret und sein größter Fall" (1966), "Madame Bovary" (1968), "Damenquartett" (1969), "Menschen", "Ende einer Dienstfahrt" (beide 1970), "Tatort - Frankfurter Gold" (1971), "Einmal im Leben" (1972), "Tatort - Ein ganz gewöhnlicher Mord" (1973), "Konfrontation - Das Attentat von Davos", "Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski" (beide 1974), "Tatort - Die Rechnung wird nachgereicht", "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus" (beide 1975), "Tatort - Zwei Flugkarten nach Rio", "Der Winter, der ein Sommer war", "Als wär's ein Stück von mir", "Alle Jahre wieder" (alle 1976), "Die gläserne Zelle", "Die Dämonen", "Das Rentenspiel" (alle 1977), "Revolution in Frankfurt" (1979), "Tod eines Schülers" (1980), "Tatort - Schattenboxen" (1981), "Schwarz Rot Gold - Kaltes Fleisch" (1982), "Kinder unseres Volkes", "Die Schaukel" (beide 1983), "Mit Leib und Seele - Himmel und Hölle" (1987), "Der zerbrochene Krug" (1991), "Der Betrogene" (1992), "Der König: Auch Mörder müssen sterben" (1994), "Der Schattenmann", "Daniel, Philipp und das Wunder der Liebe" (beide 1995), "Kap der Rache", "Dr. med. Mord" (beide 1997), "Die Honigfalle - Verliebt in die Gefahr" (1998).

Foto: ZDF

Zur Filmografie von Günter Strack
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