Julie Andrews

Die gute Fee von Hollywood: Julie Andrews. Vergrößern
Die gute Fee von Hollywood: Julie Andrews.
Fotoquelle: Jaguar PS/shutterstock.com
Dame Julie Andrews, Julia Elizabeth Welles
Geboren: 01.10.1935 in Walton-on-Thames, Surrey, Großbritannien

Gelassen spannt sie auf den Wolken Londons ihren Regenschirm auf, und lässt sich mit einem leichten Ostwind vor die Türe der Familie Banks geleiten. Sanft und engelsgleich berührt sie den englischen Asphalt, klappt ihren Schirm zu, und schüttelt ihren langen Faltenrock: Mary Poppins. Das einfallsreiche und kesse Kindermädchen ist wohl die erfolgreichste Rolle von Julie Andrews. 1935 in England geboren, hat sie es der Hartnäckigkeit ihrer Eltern und ihrem Talent zu verdanken, dass sie schon im zarten Alter von 12 in der "Starlight Roof Revue" auftreten durfte. Ihre Rolle in dem satrischen Sandy-Wilson-Stück "The Boy Friend" (1953) dient ihr schließlich als Sprungbrett zum Broadway. Nach der Live-TV-Performance "High Tor" spielt sie ihren ersten größeren Part auf der Theaterbühne.

1956 nimmt sie Moss Hart für "My Fair Lady" hart in die Mangel. Das Musical mit Andrews als rotzfreche Blumenverkäuferin Eliza Doolittle wird zu einer der erfolgreichsten Bühnenstücke am Broadway. Doch Julie Andrews ist nicht die Art von Star, die in einer Nacht-und-Nebel-Aktion entdeckt und produziert wurde. Moss Hart drillte die junge Schauspielerin ganze 48 Stunden am Stück, um ihr die Songs, die Bewegungen und den Dialekt in den Kopf zu hämmern. Was ihm ja auch gelang. 1960 schafft sie einen weiteren Broadway-Triumph: Die My-Fair-Lady-Komponisten Lerner und Loewe entwickeln in ihrem Musical "Camelot" die Rolle der Guinevere, die allein für Andrews geschrieben wurde. Obwohl Andrews zu dieser Zeit in Amerika schon als großes Talent gefeiert wurde, und in Dutzenden von TV-Shows auftrat, wirkte sie bis 1964 in keinem Kinofilm mit. Dafür gelang ihr gleich in ihrem Debütfilm der Durchbruch als Kinostar.

Ihre Rolle als phantasievolle Fee in dem Musical "Mary Poppins" (1964) ließ bei den Disney-Studios nicht nur die Kassen klingeln, sondern brachte Andrews einen Oscar ein. Ein kleiner Trost für den Star, erhielt doch nicht sie, sondern Audrey Hepburn die Rolle der Eliza in der Verfilmung des Broadway-Triumphs "My Fair Lady". George Cukor befürchtete nämlich, dass Andrews wie schon in dem Originalbroadwaystück mit ihrer Erscheinung und ihrer erstklassigen Gesangsqualität so sehr glänzen würde, dass seine Regiearbeit dabei gänzlich untergehen würde.

Um nicht als ewig gutgelaunte, fröhlich singende Protagonistin eingetütet zu werden, nimmt sie in James Garners "Nur für Offiziere" einen ernsteren, reiferen Part an. Doch ein Jahr später kehrt sie in "Meine Lieder - meine Träume" doch wieder in das gleiche Genre zurück. Das Musical wird - wie "Mary Poppins" - mit fünf Oscars ausgezeichnet, Andrews erhält einen Golden Globe für ihre Rolle als Maria, der warmherzigen Haushälterin des Barons von Trapp, der sich schließlich in seine schöne Haushaltshilfe verliebt und sie zu seiner Frau macht. Aufgrund ihres Riesenerfolgs in "Meine Lieder - meine Träume" ist sie im Gespräch für eine Anzahl von anderen Hollywood-Projekten, doch ihr Stern befindet sich zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Höhepunkt und kann nur noch abwärts sinken. Es liegt nicht daran, dass ihr schauspielerisches Talent sie verlassen hat, ihr Typ war in Hollywood, das gerade eine Veränderung durchmachte, plötzlich nicht mehr gefragt.

In den kommenden Jahren dreht sie mit Alfred Hitchcock "Der zerrissene Vorhang" (1966), George Roy Hill "Hawaii" (1966) und Blake Edwards "Darling Lili" (1970), den sie ein Jahr zuvor heiratete, bereits ihre zweite Ehe. In den späten Siebzigern verschafft ihr Ehemann ihr in "10" ein Comeback als Schauspielerin. Auch in "S. O. B." (1981) zeigt sie, dass sie immer noch komplexe und schwierige Rollen perfekt meistern kann. 1981 lässt sie Edwards in die multikomplexe Rolle von "Victor/Victoria" schlüpfen, ihre wohl berühmteste Rolle in den Achtzigern. Insgesamt arbeitet sie in sechs Produktionen mit Edwards zusammen, mit dem sie immer noch liiert ist. Julie Andrews ist Mutter von drei Kindern - Tochter Emma stammt aus der ersten Ehe mit Tony Walton. Die beiden anderen brachte Edwards aus einer geschiedenen Ehe mit. Mittlerweile schrieb Andrews zwei Kinderbücher und wirkt seit 1996 in dem Broadwaystück "Victor/Victoria" mit.

Weitere Filme mit Julie Andrews: "Americanisation Of Emily" (1964), "Modern Milly" (1966), "Die Frucht des Tropenbaumes" (1974), "Die Traumfrau" (1978), "Ein reizender Fratz" (1979), "Frauen waren sein Hobby" (1983), "That's Life - So ist das Leben" (1986), "Eine pikante Affäre" (1991), "Lass mich nicht alleine, Mutter!" (1991), "Zauber einer Winternacht" (1999), "Plötzlich Prinzessin!" (2001) und "Plötzlich Prinzessin 2" (2004), "Zahnfee auf Bewährung" (2010).


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