Es ist noch nicht lange her, dass der Fall des Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes durch die Medien ging. Sie wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, sie „virtuell vergewaltigt“ zu haben. Unter anderem soll er Fake-Profile von ihr angelegt und Chats mit sexuellen Inhalten geführt haben. In der Folge stellten – in Solidarität mit Fernandes – Kristina Lunz, Düzen Tekkal und Ricarda Lang als Initiatorinnen zehn Forderungen gegen männliche Gewalt an die Bundesregierung. Unterstützt wurden sie von mehr als 250 bekannten Frauen als Erstunterzeichnerinnen, insgesamt unterschrieben mehr als 300.000 Menschen bei der Aktion. Ihren Forderungen verleihen Lunz und Tekkal mit ihrem Manifest in Buchform nun Nachdruck. Unter anderem setzten sie sich für ein digitales Gewaltschutzgesetz mit wirksamen Betroffenenrechten und für die Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung voyeuristischer Aufnahmen ein. Ein wichtiges Buch zu einem
wichtigen Thema – das nicht wegen der geringer werdenden öffentlichen Aufmerksamkeit wieder aus dem Blick geraten sollte.
„Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen? Für eine Gesellschaft, in der alle sicher sind. Ein Manifest“
von Kristina Lunz und Düzen Tekkal, Heyne Verlag, 176 Seiten, 16 Euro
ISBN: 978-3-453-21939-7