Ähnlichkeiten mit realen Personen sind selbstverständlich rein zufällig – so heißt es im Klappentext von „Sidekick“, dem aktuellen Roman von Sebastian Hotz. Doch schon nach den ersten Seiten der Mediensatire hat der geneigte Leser unweigerlich eine ganze Reihe von realen Personen im Kopf. Das betrifft vor allem Boris, den tollpatschigen Praktikanten und langjährigen Sidekick in der Show von Falk Anders. Boris, das ewige Opfer von Gags auf seine Kosten, der in all der Zeit immer die Drecksarbeit machen musste, träumt davon, den Sendeplatz seines Chefs bei der Sat6 Media Group zu übernehmen.
Doch als Falk Anders scheinbar endlich in Rente geht, ist natürlich nicht Boris für die Nachfolge vorgesehen, sondern die junge Influencerin Sara Massoudi soll neue Zielgruppen erschließen. Nach einem Party-Abend mit viel zu viel Alkohol findet sich Boris in Falks Bentley an einer Autobahnraststätte wieder, im Kofferraum eine wertvolle Fracht – der Auftakt für ein absurdes Roadmovie. Sebastian Hotz, vielen auch als El Hotzo bekannt, kennt das Metier, über das er schreibt, sehr genau, war er doch unter anderem schon als Gagautor und Podcaster tätig. Witzig und treffend – ein großer Lesespaß.
„Sidekick“ von Sebastian Hotz, Kiepenheuer & Witsch, 304 Seiten, 23 Euro ISBN: 978-3-462-00913-2