Buch-Tipp

Für Sie gelesen: Der Spielverderber

27.07.2026, 02.00 Uhr
Oliver Fritsch und Dietmar Hamann diskutieren in "Der Spielverderber" kritisch über die drängendsten Themen des Fußballs. Ein Buch, das polarisiert und punktgenau trifft.
Das Cover des Buches "Der Spielverderber"
Das Cover des Buches "Der Spielverderber" Fotoquelle: Verlag

„Wir müssen reden!“ – Dieser Satz, der bei den meisten  Zeitgenossen panische Fluchtgedanken hervorruft, passt wunderbar zu diesem Buch. „Der Spielverderber“ ist der Titel dieser „Streitschrift“, in der sich der Journalist Oliver Fritsch, der unter anderem für die Zeit schreibt, und Dietmar Hamann über die drängendsten Themen des modernen Fußballs unterhalten. Hamann hat es geschafft, in einer Welt des „Fußball-Expertentums“, die von kritischen, provokanten und bissigen Ex-Profis geradezu überschwemmt wird, eigene Duftmarken zu setzen. Dabei schreckt der Europameister von 1996 nicht davor zurück, sich auch mit vermeintlich großen Namen anzulegen und unpopuläre Meinungen zu äußern. Das gefällt naturgemäß nicht jedem, ist in dieser Ehrlichkeit und Direktheit aber ungemein gewinnbringend und unterhaltsam. In „Der Spielverderber“ sind Hamanns pointierte Kommentare zu den unterschiedlichsten Themen zusammengefasst wie der Misere der Nationalmannschaft, der zunehmend fehlenden Konkurrenzfähigkeit der Bundesligisten auf internationaler Bühne („Seit 2013 hat kein Bundesligist die Champions League gewonnen, 2020 zählt nicht“), einem überladenen Nachwuchstraining, dem Fluch des VAR, der „Fußballwüste“ im Osten, um nur einige zu nennen. Spannend und diskutabel.

„Der Spielverderber“ von Oliver Fritsch und Dietmar Hamann, Goldmann Verlag, 256 Seiten, 18 Euro; ISBN: 978-3-442-14331-3