„Die Schmerzen in meiner kaputten Hüfte werden immer schlimmer, können Sie mir dafür Ibuprofen geben“, bat mich eine meiner älteren Patientinnen. Da sie Stammkundin in unserer Apotheke ist, kenne ich ihre Arzneimittel gut. Sie nimmt entwässernde Tabletten und Blutdruckmedikamente. In Kombination mit Ibuprofen kann das die Nieren stark belasten, besonders im hohen Alter.
Ich erklärte ihr: „Das ist ein wirksames Schmerzmittel, aber zusammen mit Ihren anderen Medikamenten kann es der Niere schaden. Lassen Sie mich mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Wir suchen gemeinsam ein stärkeres Schmerzmittel aus, das gut zu Ihrer Therapie passt.“ Sie wirkte erleichtert, denn ihre Schmerzen belasteten sie sehr.
Während unseres Gesprächs erzählte sie mir, dass ihr Mund seit Wochen trocken sei. Zusätzlich wünschte sie sich ein Schlafmittel – „Schlafsterne“, wie sie es nannte. Diese Präparate sind für ältere Menschen jedoch ungeeignet, weil sie das Nervensystem stark beeinflussen und Beschwerden wie Mund-
trockenheit, Schwindel oder Verwirrtheit verstärken können. Außerdem führen sie zu keiner guten Schlafqualität.
Ich merkte, wie nervös und aufgeregt sie war. „Wir finden etwas, das Ihnen guttun wird“, sagte ich. Für die Nacht empfahl ich ihr hochdosierte Lavendel-Kapseln – sie beruhigen sanft, ohne die Risiken klassischer Schlafmittel. Gegen die Mundtrockenheit suchte ich ein befeuchtendes Mundspray aus, das die Schleimhäute schützt und sofort Linderung bringt.
Zum Abschied bot ich ihr an: „Sobald ihr Arzt Ihnen das neue Schmerzmittel verordnet hat, setzen wir uns zusammen. Ich möchte mit Ihnen das neue Schmerzmittel genau besprechen, Ihnen die korrekte Einnahme erklären und Ihnen die Angst vor möglichen Nebenwirkungen nehmen. Wir können uns dann gleich alle Medikamente, die sie einnehmen, gründlich angucken und gemeinsam durchgehen. Dann fühlen Sie sich noch sicherer.“ Diese jährliche Überprüfung wird von den Krankenkassen übernommen und ist sehr wertvoll.