Natürliche Hilfe

Sanfte Linderung bei Erkältungsbeschwerden

02.11.2026, 01.00 Uhr
Professor Dr. Derek Zieker-Fischer, bekannt aus der SWR-Gesundheitssendung „Doc Fischer“, gibt wertvolle Tipps zu Hausmitteln bei Erkältungsbeschwerden. Erklärt wird, wie man mit natürlichen Mitteln wie Honig, Nasenspülungen und Wadenwickeln gegen Husten, Schnupfen und Fieber vorgehen kann.

Bei Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber können Hausmittel eine sanfte Hilfe gegen Erkältungsbeschwerden sein. prisma hat mit Professor Dr. Derek Zieker-Fischer, Moderator der SWR-Gesundheitssendung „Doc Fischer“, über die natürlichen Alternativen zu Medikamenten gesprochen. Hier lesen Sie seine hilfreichen Tipps.

Welches Hausmittel lindert Halsschmerzen?

Professor Dr. Derek Zieker-Fischer: Bei Halsschmerzen hilft es, ausreichend zu trinken und sich zu schonen. Lutschtabletten mit einem schmerzlindernden Wirkstoff aus der Apotheke können die Beschwerden lindern. Bei stärkeren Schmerzen kann man für ein paar Tage auch ein Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol nehmen. Antibiotika braucht es meistens nicht, denn in der Regel stecken Viren dahinter.

Was hilft bei Schnupfen und zugeschwollener Nase?

Bei Schnupfen empfinden viele Menschen Wärme als angenehm. Auch warmer Dampf kann wohltuend sein. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, sich nicht zu verbrühen. Eine Nasenspülung mit Salzwasser kann den Schleim verflüssigen und das Durchatmen erleichtern. Abschwellende Nasensprays sollte man nur für wenige Tage und nicht länger als etwa eine Woche am Stück verwenden. Bei Säuglingen und kleinen Kindern ist mit ätherischen Ölen Vorsicht geboten. Besonders Menthol und Kampfer sind für sie nicht geeignet. Auch bei Eukalyptusöl ist bei kleinen Kindern besondere Vorsicht geboten.

Was kann bei Husten und Heiserkeit wohltuend sein?

Bei Husten können warme Getränke wohltuend sein. Ein gutes altes Hausmittel ist Honig, pur oder im Tee. Er kann den Hustenreiz lindern. Kinder unter einem Jahr dürfen allerdings keinen Honig bekommen, da die Gefahr eines Säuglingsbotulismus (Nervenvergiftung) besteht. Bei Heiserkeit sollte man die Stimme schonen, nicht flüstern, nicht besonders laut sprechen und ausreichend trinken. Wichtig zu wissen ist, dass ein Husten nach einer Erkältung durchaus drei Wochen dauern kann.

Was hilft gegen Fieber und Schmerzen?

Fieber ist zunächst eine sinnvolle Reaktion unseres Körpers und unterstützt die Abwehr von Krankheitserregern. Deshalb muss man Fieber nicht grundsätzlich senken. Entscheidend ist vor allem, wie man sich fühlt. Wenn das Fieber steigt und man fröstelt oder Schüttelfrost hat, sollte man sich warmhalten. Ist einem dagegen heiß und sind die Beine warm, können lauwarme Wadenwickel angenehm sein und dem Körper etwas Wärme entziehen. Wer sich sehr schlecht fühlt oder starke Schmerzen hat, kann auch Paracetamol oder Ibuprofen nehmen.

Wie stärke ich mein Immunsystem nach einer Erkältung?

Auf Knopfdruck stärken kann man sein Immunsystem nicht, aber man kann es gut unterstützen. Die wichtigsten Säulen sind ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung. Sieben bis neun Stunden Schlaf sind für Erwachsene ein guter Richtwert. Bei der Ernährung gilt, möglichst vielfältig zu essen, mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Auch der Darm spielt eine wichtige Rolle für unser Immunsystem. Deshalb ist eine ballaststoffreiche Ernährung sinnvoll. Wer sich ausgewogen ernährt, braucht in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel.

Wann reichen Hausmittel nicht mehr aus, wann muss ich zum Arzt gehen?

Eine Erkältung klingt normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen von allein ab. Hausmittel können in dieser Zeit die Beschwerden lindern. Ärztlichen Rat sollte man sich holen, wenn hohes Fieber auftritt, die Beschwerden sehr stark sind oder sich deutlich verschlimmern. Auch bei Atemnot oder Schmerzen in der Brust sollte man sich untersuchen lassen. Eine Heiserkeit, die mehrere Wochen anhält, sollte ebenfalls abgeklärt werden. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten sich lieber früher ärztlichen Rat holen.