Rheuma-Selbsthilfe

Rheuma selbst managen

05.10.2026, 12.12 Uhr
Die Deutsche Rheuma-Liga bietet Selbstmanagement-Kurse an, um Betroffenen den Alltag mit Rheuma zu erleichtern. Teilnehmer lernen, mit Schmerzen umzugehen und ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Ernährungstipps und Entspannungsübungen sind Teil des Programms.

Durch Selbstmanagement zum Experten für die eigene Krankheit werden – das ist das Ziel von Kursen der Deutschen Rheuma-Liga. Das Programm basiert auf einem an der Stanford Universität in Amerika entwickelten Konzept.

Ziel ist es, praktikable neue Wege für den Alltag aufzuzeigen, um mit den Folgen der Erkrankung besser zurechtzukommen. In einem Selbstmanagement-Kurs lernen die Betroffenen, ihre Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und zu erweiterten.

Sie bekommen Tipps, wie sie mit Ärzten und anderen über die Krankheit sprechen können. Ein zentraler Punkt ist die Überwindung des Schmerzes und der Müdigkeit. Die Trainer kennen Möglichkeiten der Entspannung und geben viele praktische Anregungen für den Alltag, um beweglicher zu bleiben. „Mit Rheuma zu leben bedeutet, jeden Tag Entscheidungen zu treffen. In unseren Selbstmanagement-Kursen vermitteln speziell ausgebildete und geschulte Trainerinnen und Trainer, die selbst mit Rheuma leben, ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf Augenhöhe“, sagt Corinna Elling-Audersch, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Rheuma-Liga. „Diese Verbindung aus Wissen und eigener Erfahrung ist besonders wertvoll: Sie macht Mut, eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten und hilft Betroffenen, zu Experten ihrer eigenen Erkrankung zu werden und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten“, erklärt sie den hohen praktischen Wert für die Teilnehmer. Betroffene eines Dortmunder Selbstmanagement-Kurses bewerteten den Nutzen als sehr hoch: „Sehr gute Anregungen für den Alltag und viele neue Denkanstöße“, „habe Entspannungsübungen gelernt“, „kann jetzt besser mit depressiven Verstimmungen umgehen“ und „das Gefühl nicht allein zu sein“ – so die Stimmen von Teilnehmern. „Wer weiß, was er selbst tun kann, fühlt sich der Erkrankung weniger ausgeliefert. Selbstmanagement gibt Sicherheit, stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und nimmt ein Stück Hilflosigkeit“, bestätigt Corinna Elling-Audersch.

Rheuma ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Tatsächlich gibt es mehr als 100 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Symptomatisch sind Schmerzen an den Bewegungsorganen, an Muskeln, Sehnen, Gelenken oder im Bindegewebe. Rheuma kann jeden treffen, nicht nur alte Menschen, sondern auch junge Leute und sogar Kinder. Die richtige Ernährung spielt eine große Rolle. So werden bei der rheumatoiden Arthritis übermäßig Botenstoffe ausgesendet, die Entzündungsreaktionen im betroffenen Gelenk verursachen und es zerstören können. Sie entstehen aus der Fettsäure Arachidonsäure (AA), die vor allem in rotem Fleisch und Wurst enthalten ist. Erkrankten wird daher eine mediterrane Ernährung empfohlen. Dabei wird rotes Fleisch weitestgehend durch Fisch und pflanzliche Produkte ersetzt, die wertvolle Fettsäuren enthalten. Aus diesen kann der Körper antientzündliche Botenstoffe bilden, die einer rheumatoiden Arthritis entgegenwirken und diese lindern können. Auch die vielen Antioxidantien und Vitamine in der mediterranen Ernährung wirken antientzündlich. Allerdings ersetzt eine Ernährungsumstellung nicht die medikamentöse Rheumatherapie, sondern kann diese nur ergänzen.

Die ersten Anzeichen für Rheuma

Wer diese Fragen mit „Ja“ beantwortet, sollte einen Arzt aufsuchen:

• Sind die Finger morgens so steif, dass es schwerfällt, den Wasserhahn oder die Dusche aufzudrehen?
• Ist der Schlaf nicht erholsam? Tun alle Sehnen, Muskeln und auch die Gelenke weh?
• Ist der Schlaf nachts nach drei bis vier Stunden durch tiefsitzende Kreuzschmerzen unterbrochen?
• Schmerzen die Kniegelenke, die Hüften, Knöchel oder Zehen nach längerem Sitzen?
• Sind Finger- und Handgelenke morgens angeschwollen?

Mehr Infos zum Kurs „Herausforderung Rheuma – Nimm Dein Leben in die Hand“ unter: 
www.rheuma-liga.de sowie unter der kostenlosen bundesweiten Service-Nummer: 0800/600 2525.