Kindergesundheit

Hausmittel gegen Erkältung: Was Kindern hilft

02.11.2026, 01.00 Uhr
In der kalten Jahreszeit sind Kindergärten oft ein Tummelplatz für Viren. Wie Eltern ihre Kinder schützen können und welche Hausmittel bei Erkältungen helfen, erfahren Sie hier.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen. Fotoquelle: privat

Herbst und Winter erkenne ich in meiner Praxis an der Geräuschkulisse. Es schnieft, röchelt und hustet im Wartezimmer. Und natürlich ist es dann auch voller als normal. Mein erster Patient in meiner Sprechstunde war kürzlich ein Dreijähriger. Die Nase lief und alle paar Minuten musste das Kleinkind husten. Gegen Influenza, also Grippe, waren er, seine Eltern und Großeltern geimpft. Also handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen normalen viralen Infekt.

„Er hat sich wohl wieder in der Kita bei anderen Kindern angesteckt. Ihn davor zu schützen ist unmöglich, oder?“, fragte mich dessen Mutter. „Gerade am Anfang der Kita-Zeit bringen Kinder jede Menge Infekte mit nach Hause. Das kindliche Immunsystem befindet sich noch im Aufbau und muss gegen diese leicht übertragbaren Erreger erst einmal Abwehrstoffe bilden. Bis zum Schulalter sind acht bis zwölf Atemwegsinfekte im Jahr völlig normal, Sie müssen sich also keine Sorgen machen“, bestätigte ich der Mutter.

„Ein Medikament gegen die Viren gibt es nicht. Deshalb braucht ein solcher Infekt meist sieben bis zehn Tage, bis er überstanden ist“, sagte ich der Mutter. „Sie können seine Beschwerden aber ein wenig lindern, indem sie den Tagesablauf möglichst ruhig gestalten und ihm viel zu trinken geben, damit sich der Schleim besser löst. Am besten alle halbe Stunde Wasser oder milden Tee. Gegen die verstopfte Nase können Sie eine Kochsalzlösung aus einem Gramm Speisesalz in 100 Milliliter Wasser aufgelöst als Nasentropfen verwenden oder Nasenspülungen machen. Das ist besser als die handelsüblichen Nasentropfen.“

„Für Einreibungen mit ätherischen Ölen wie Menthol oder Eukalyptus ist er aber als Dreijähriger noch etwas zu jung“, erklärte ich der Mutter. „Und was gebe ich ihm gegen seinen Husten?“ fragte sie mich. „Auch hier gilt: viel trinken lassen, um den Schleim zu lösen“, riet ich. „Milch oder Salbeitee mit Honig kann gleichzeitig auch auf Halsschmerzen lindernd wirken. Lutschbonbons mit Pfefferminz oder Salbei regen die Speichelbildung an und können bei älteren Kindern Halsweh lindern. Wenn Sie allerdings das Gefühl haben, dass der Husten schlimmer wird und gar nicht verschwindet, wenn er sich wie ein Bellen anhört oder anhaltendes Fieber dazukommt, dann stellen Sie ihn bitte wieder in der Praxis vor“, empfahl ich ihr.