27.04.2020 Moderatorin und Journalisten

Nadia Kailouli

Von Stephan Braun
Nadia Kailouli moderiert im Ersten das "Mittagsmagazin".
Nadia Kailouli moderiert im Ersten das "Mittagsmagazin". Fotoquelle: rbb/Gundula Krause

Nadia Kailouli ist seit März Moderatorin beim ARD-Mittagsmagazin. Ihre neue Aufgabe begann sie in der Corona-Krise. "In dieser Situation immer den richtigen Ton zu finden, das ist sehr herausfordernd", sagt die Journalistin im "HALLO!"-Interview.

Wie sind Sie zum Mittagsmagazin gekommen?

Die Redaktion hat mich angesprochen und mir signalisiert, dass man eine weitere Moderatorin ins Team nehmen wolle. Dann habe ich das Team kennengelernt und auch eine Probesendung gemacht. Das hat alles ganz gut gepasst. Und beide Seiten haben gesagt: Lass uns das mal machen!

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Sie treten in dem seit 31 Jahren bestehenden Magazin in bekannte Fußstapfen. Denn ursprünglich gab es mit Hannelore Fischer über 27 Jahre lang nur eine Moderatorin.

Vor ihr habe ich sehr großen Respekt. Ich habe ihre Sendungen schon früher gemeinsam mit meinen Eltern geschaut. Deshalb war es auch ein so unheimlich schöner Moment, als man mich auf die Moderation hin angesprochen hat. Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal das Mittagsmagazin moderieren würde.

Wie haben Sie sich auf Ihre neue Aufgabe vorbereitet?

Da ich schon seit einigen Jahren für die Öffentlichen-Rechtlichen arbeite, weiß ich schon, was für eine solche Sendung wichtig ist. Hausintern habe ich ein Coaching bekommen. Da haben wir auf Dinge geachtet wie zum Beispiel das richtige Stehen vor der Kamera. Da es sich beim Mittagsmagazin ja um eine Livesendung handelt, muss man als Moderatorin eine gewisse Präsenz haben und darf nicht zu unsicher auf die Moderationskarten gucken. Auch muss man immer up-to-date sein, was tagesaktuelle Entwicklungen betrifft. Das ist für das Mittagsmagazin sehr wichtig.

Ihre erste Sendung am 9. März war gleich herausfordernd: Die Corona-Krise verschärfte sich, in Ihrer ersten Anmoderation hatten Sie die Fußballgeisterspiele in Italien. Wie gehen Sie als Moderatorin mit der Corona-Thematik um?

Ja, das war in meiner ersten Sendewoche schon krass: Ich habe meine neue Aufgabe mit einer der größten Krisen weltweit begonnen. In dieser Situation immer den richtigen Ton zu finden, das ist sehr herausfordernd. Da spürt man auch, wie relevant eine Livesendung ist. Während wir um 12.30 Uhr unsere Sendung schon proben, läuft im Hintergrund immer noch der Schnitt für einzelne Beiträge. Inhaltlich ist es für uns Journalisten auch sehr tragisch, wie sehr und wie schnell sich das Leben verändern kann.

Haben Sie als Moderatorin auch die Chance, einer so etablierten Sendung Ihren eigenen Stempel aufzudrücken?

Ich glaube schon, dass das geht und hoffe auch, dass man mich ausgewählt hat, weil ich bisher ein breites Themenspektrum behandelt habe und auch stark als Autorin und Reporterin tätig war. Mit der Zeit werden die Zuschauer sehen, wer ich bin, wie mein Charakter ist und wie ich das beim Mittagsmagazin zumindest zu gewissen Teilen zum Ausdruck bringe.

Herzlichen Glückwunsch! Für ihren Dokumentarfilm von der "Sea-Watch 3" in verschiedenen Formaten und Filmen – eine Gemeinschaftsproduktion von STRG_F, Panorama und NDR Dokfilm – erhalten Sie mit Jonas Schreijäg in diesem Jahr den Grimme-Preis. Die Preisverleihung ist zwar verschoben, aber Ihre Freude ist doch sicherlich riesengroß!

Klar, wir haben uns sehr gefreut, als wir das erfahren haben. Wir sind ja nicht mit dem Hintergedanken auf das Schiff gegangen, über Seenotrettung zu berichten, weil wir damit einen Preis gewinnen wollen. Uns war es vielmehr wichtig, dass über dieses Thema berichtet wird. Deshalb hat es uns sehr gefreut, dass unsere Arbeit und die Formate, die wir entwickelt haben, wahrgenommen wurden.

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