Mord auf Ouessant

"Kommissar Dupin – Bretonische Sehnsucht": Kritik zum ARD-Krimi mit Pasquale Aleardi

02.04.2026, 09.42 Uhr
In "Kommissar Dupin – Bretonische Sehnsucht" führt ein Mord den Ermittler auf die raue Insel Ouessant, wo keltische Mythen und die Geschichte der "Insel der Frauen" eine zentrale Rolle spielen. Dupin und Inspektor Kadeg decken Geheimnisse um das Opfer Lionel Saux und die Musikerinnen "Les trois sœurs" auf.

Lange nichts gehört von Georges Dupin (Pasquale Aleardi). Doch nun, gut zwei Jahre nach "Bretonischer Ruhm", geht es am Donnerstagabend weiter mit "Kommissar Dupin – Bretonische Sehnsucht", dem 13. Film der quotenstarken ARD-Krimireihe nach den Büchern von Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec. Neben der wild-romantischen bretonischen Landschaft spielen die Geschichte, Legenden und Brauchtum des Handlungsortes eine tragende Rolle.

ARD
"Kommissar Dupin – Bretonische Sehnsucht"
Kriminalfilm • 02.04.2026 • 20:15 Uhr

Der Mord an einem Mann in einer Höhle führt Dupin und seinen Kollegen Kadeg (Jan Georg Schütte) auf die Insel Ouessant, ganz im Westen Frankreichs. "Rau und unzugänglich" seien die Insel und ihre Bewohner, weiß Kadeg. Die keltische Vergangenheit ist hier sehr lebendig, und die vielen Beinamen der Insel verraten manches über ihre Geschichte: "Toteninsel" etwa, denn hier trugen die Kelten ihre Druiden zu Grabe. Oder "Insel der Frauen". Der Name spielt auf die vielen Jahre an, in denen die Männer einst die meiste Zeit auf See waren, während die Frauen die Insel bewirtschafteten, sich um Hof und Kinder kümmerten und einander beschützten.

Das Mordopfer, Lionel Saux, ein Antiquitätenhändler aus Brest, hatte sich auf Ouessant unter einem falschen Namen vorgestellt. Auf seiner Brust prangt ein frisches Tattoo: ein druidisches Symbol für die Muse Awen. Es steht für Liebe, Weisheit und Wahrheit – "Herr der Ringe"-Fans werden das natürlich wissen. Anscheinend interessierte sich Saux für traditionelle bretonische Musik und besonders für die Musikerinnen "Les trois sœurs": "Die drei Schwestern".

Die drei Schwestern

Céleste (Amal Keller), Rayanne (Luise Aschenbrenner) und Enora (Franziska von Harsdorf) sind nicht wirklich verwandt, doch sie verbindet neben der Musik ein enges Band, sie bilden eine eingeschworene Gemeinschaft. Rayanne wirkt verstört und ängstlich, ihre "Schwestern" beschützen sie ganz offensichtlich. Aber wovor? Hat es mit den Monstern auf der Insel zu tun, die gelegentlich menschliche Gestalt annehmen und vor denen die "Inselhexe" mit dem vielsagenden Namen Sybil (Hildegard Schmahl) nicht müde wird zu warnen? Wegen dieser beschwört sie auch Romy (Sithembile Menck), die Witwe des Toten, Ouessant zu verlassen. Wieder eine Frau, die eine andere beschützen will. Womöglich auch das Motiv für den Mord an Lionel Saux ...

"Kommissar Dupin – Bretonische Sehnsucht" (Buch: Eckhard Vollmar, Regie: Anja Gurres) besticht nicht nur durch die eindrucksvollen Bilder der rauen Insel Ouessant, eingefangen von Michael Throne, sondern auch durch den Einblick, den der Krimi in die uralte Kultur und Geschichte dieser Insel gibt. Jan Georg Schütte als Dupins Sidekick Kadeg sorgt diesmal weniger für heitere denn berührende Momente. Der Weggang seiner geliebten Kollegin Nolwenn (Franziska Wulf) zu Beginn des Films stürzt ihn in eine geradezu rührende Trauerstimmung.

Der 14. "Dupin"-Krimi "Bretonische Versuchungen" ist bereits abgedreht, sehr wahrscheinlich daher, dass es bis zur Ausstrahlung nicht wieder über zwei Jahre dauern wird.

"Kommissar Dupin – Bretonische Sehnsucht" – Do. 02.04. – ARD: 20.15 Uhr

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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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