Aus persönlichen Gründen

"nicht leichtgefallen": Klaus J. Behrendt verlässt den Kölner "Tatort" nach 30 Jahren

22.09.2026, 10.32 Uhr
Klaus J. Behrendt verlässt den Kölner "Tatort" aus persönlichen Gründen. Nach 100 Folgen will der Schauspieler beruflich kürzertreten.
Schauspieler Klaus J. Behrendt schaut ernst.
Schauspieler Klaus J. Behrendt gehört zu den dienstältesten "Tatort"-Kommissaren.  Fotoquelle: picture alliance / dpa | Horst Galuschka

Kult-Darsteller Klaus J. Behrendt wird sich aus dem Kölner "Tatort" verabschieden. Das teilte der WDR am Dienstagmorgen in einer Mitteilung mit. Nach Angaben des Senders geht sein Engagement 2027 aus persönlichen Gründen zu Ende. Der Schauspieler verkörpert Hauptkommissar Max Ballauf seit 1997.

Sein Abschied fällt mit gleich zwei Jubiläen zusammen: 2027 feiern Ballauf und sein Kollege Freddy Schenk, gespielt von Dietmar Bär, 30 Jahre gemeinsamer Ermittlungsarbeit im Kölner "Tatort". Gleichzeitig steht ihre 100. gemeinsame Folge bevor – sie wird Behrendts letzte sein. Die Dreharbeiten finden noch dieses Jahr statt, die Ausstrahlung ist voraussichtlich für Herbst 2027 vorgesehen.

Behrendt über seine Zeit beim Kölner "Tatort"

Über seine Zeit als Kommissar sagt Behrendt: "Die Rolle Max Ballauf hat mich fast die Hälfte meines Lebens begleitet." Das "Tatort"-Aus sei keine spontane Entscheidung: "Mein Entschluss, dieser Rolle pünktlich zum 30-jährigen Dienstjubiläum Lebewohl zu sagen, ist mir nicht leichtgefallen, reift aber schon länger in mir." Die Marke von 100 Folgen ist für ihn etwas Besonderes: "Dass dann noch einmal 100 Fälle folgen würden, war für mich damals unvorstellbar".

Max Ballauf war schon ein Teil des "Tatort"-Universums, bevor er dem Kölner Team beitrat – denn Behrendt stand zuvor in acht Episoden als Kommissar-Anwärter in Düsseldorf vor der Kamera. Dietmar Bär begegnete er erstmals 1993 bei den Dreharbeiten zur WDR-Produktion "Leo und Charlotte". Vier Jahre später fragte Behrendt ihn dann, ob er gemeinsam mit ihm das neue "Tatort"-Duo in Köln bilden wolle.



Das hat der Kult-Darsteller nach dem "Tatort"-Ausstieg vor

Nach seinem Ausstieg möchte Behrendt sich beruflich etwas zurücknehmen, sich aber nicht vollständig aus der Schauspielerei zurückziehen: "Jetzt freue ich mich darauf, mehr Zeit für mich und meine Familie zu haben. Auch wenn das nicht heißt, dass ich gar nicht mehr vor der Kamera stehen möchte".

Der gelernte Bergmechaniker verweist zudem auf ein weiteres Jubiläum: "Ich arbeite, seit ich mit 17 meine Lehre als Bergmechaniker unter Tage gemacht habe, im kommenden Jahr seit insgesamt 50 Jahren."

Wie es mit dem "Tatort" aus Köln weitergeht

Dietmar Bär wird dem Format weiterhin erhalten bleiben. Über Behrendts Entscheidung sagt er: "Seine Entscheidung, nach Folge 100 auszusteigen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, habe ich natürlich schweren Herzens zu akzeptieren". Für ihn und das Kölner Team ist aber noch nicht Schluss: "Ich und unser Kölner Team haben noch Lust, weiterzumachen. Also: Let's go."

WDR-Intendantin Katrin Vernau dankt Behrendt im Namen der Zuschauer und des Teams für seinen jahrzehntelangen Einsatz. Er spiele Max Ballauf mit großer Authentizität und emotionaler Tiefe, wodurch die Figur menschlich und nahbar wirke. Vernau sagt außerdem: "Auch wenn uns Max Ballauf an der Seite von Freddy Schenk sehr fehlen wird: Dass Dietmar Bär weitermacht und den 'Tatort'-Fans erhalten bleiben wird, freut mich natürlich."

Das ist über die Zukunft des Kölner "Tatorts" nicht bekannt

Aktuell entstehen etwa drei Kölner "Tatort"-Folgen pro Jahr. Wie sich die Konstellation um Freddy Schenk, Norbert Jütte, Natalie Förster und Dr. Roth nach Behrendts Ausstieg verändert und wie das Kommissariat künftig aufgestellt sein wird, will der Sender erst später verraten. Ob Freddy Schenk künftig wieder Teil eines festen Ermittlerduos sein wird, hat der WDR bislang nicht bekanntgegeben.

Ballauf und Schenk zählen nach Lena Odenthal aus Ludwigshafen, gespielt von Ulrike Folkerts, zu den dienstältesten Figuren der Reihe – und zu den beliebtesten: Im endgültigen Jahresranking 2025 erreichte der Kölner Fall "Restschuld" mit 10,30 Millionen Zuschauern und 35,5 Prozent Marktanteil Rang drei. Nur zwei "Tatort"-Folgen aus Münster lagen davor.

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