Friedrich Wilhelm Murnau

Meister von Licht und Schatten: Friedrich Wilhelm
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Meister von Licht und Schatten: Friedrich Wilhelm Murnau
Friedrich Wilhelm Plumpe
Geboren: 28.12.1888 in Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Gestorben: 11.03.1931 in Santa Monica, Kalifornien, USA

Zweifellos gilt Friedrich Wilhelm Murnau neben Fritz Lang und Ernst Lubitsch als einer der ganz großen deutschen Filmemacher des Stummfilmkinos. Der langjährige Assistent von Regie-Legende Max Reinhardt drehte ab 1919 in schneller Folge viele Werke, die heute - sofern noch erhalten - zu den bedeutensten Klassikern der Filmgeschichte zählen, zumal Murnau mit seinen Werken die expressionistische Filmkunst zur vollen Blüte brachte. Zwölf seiner insgesamt 21 Filme sind heute noch erhalten.

Wie kaum ein zweiter verstand es Murnau, Traumwelten und Realität ineinander fließen zu lassen, den Zuschauer in eine eigene Welt zu entführen und mit innovativen Kameraeinsätzen zu verzaubern. So trug er entscheidend dazu bei, eine entfesselte Kamera einzusetzen, die ähnlich der heutigen Steadycam den Zuschauer direkt ins Geschehen zog, die nicht mehr eine Szene statisch von außen betrachtete, sondern sich in ihr bewegte. Hinzu kamen Effekte wie etwa der Zoom, den man vorher noch nicht gesehen hatte.

Mitte der Zwanzigerjahre entschloss sich Murnau, in den USA zu arbeiten, hatte dort aber bald viel Ärger mit seiner Produktionsfirma Fox-Film. Noch eine Woche vor der Premiere des Films "Tabu" (1931) starb Murnau im Alter von 42 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Er wurde am 13. April 1931 auf dem Waldfriedhof Stahnsdorf bei Berlin beigesetzt. Viele Weggefährten wie Emil Jannings, Walter Röhrig, Erich Pommer, Robert J. Flaherty und Carl Mayer waren gekommen, um von Murnau Abschied zu nehmen. Kein geringerer als Regisseur Fritz Lang hielt die Trauerrede.

Leider sind viele seiner Werke (zur Zeit noch) verschollen und auch die existenten werden - außer "Nosferatu - Symphonie des Grauens" (1922) und vielleicht noch "Der letzte Mann" (1924) - nur selten gezeigt und haben noch nicht einmal einen Verleih, abgesehen vom Deutschen Institut für Filmkunde, dass einige Werke besitzt. Der Film "Der brennende Acker" (1922) erlebte erst vor wenigen Jahren eine Kinowiederaufführung, denn auch dieser Film galt als verschollen, tauchte aber 1978 in dem Nachlass eines italienischen Paters auf und wurde in jahrelanger Arbeit liebevoll restauriert.

Murnau, Sohn eines Tuchfabrikanten, zog mit den Eltern von Bielefeld nach Kassel. Nach seinem Abitur immatrikulierte sich Murnau in Berlin, studierte bald in Heidelberg deutsche und französische Philologie, besuchte aber auch Vorleseungen in Kunst- und Literaturgeschichte und geriet bald in Künstlerkreise. Hier entdeckte Murnau seine Vorliebe fürs Theater und später den Film. Angeblich soll ihn bei einer studentischen Aufführung Max Reinhardt entdeckt und nach Berlin eingeladen haben. Denn ab 1912 gehörte Murnau zum Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin. Der Erste Weltkrieg beendete Murnaus Karriere beim Theater. Er wurde eingezogen und nach ersten Einsätzen an der Westfront schon 1915 Kompanieführer. 1917 ging er zur Luftwaffe als Funker und Beobachter. Während seiner Internierung in in der Schweiz verfasste Murnau sein erstes Filmskript. Im Frühjahr 1919 kam er dann wieder nach Berlin.

Weil er seinen Familiennamen nicht sonderlich mochte, benannte er sich nach einer beschaulichen bayrischen Kleinstadt. Mit dem Vampirfilm "Nosferatu - Symphonie des Grauens" - einer unautorisierten Adaption von Bram Stokers "Dracula" - schuf er ein auch heute noch faszinierendes expressionistisches Kunstwerk, dass in der Filmgeschichte immer wieder zitiert wird. Düstere Bilder, brillante Licht- und Schatten-Einsätze, Spannung, die immer noch unter die Haut geht. Vor allem mit "Der letzte Mann" setzte Murnau dann die erwähnten Kamera-Innovationen durch und zeigt Stummfilm-Star Emil Jannings als stolzen Türsteher in einer seiner besten Rollen. Mit "Faust - Eine deutsche Volkssage" (1926) schuf Murnau eine packende, atmosphärisch dichte Mischung aus Volkslegende und Goethes Drama über den Pakt des titelnden Wissenschaftlers mit dem Teufel in Gestalt des Mephistopheles (wieder ein brillanter Jannings).

Der große Erfolg in Deutschland rief schließlich Hollywood auf den Plan: Murnau folgte dem Ruf der großen Filmmetropole, drehte auch in Amerika Klassiker wie "Sunrise - Sonnenaufgang" (1927), der bei der ersten Oscar-Vereihung 1928 gleich drei Preise gewann. Es folgten die Werke "Vier Teufel" (1928, gilt als verschollen) und "City Girl" (1930), der später nach der Einführung des Tonfilms nachsynchronisiert wurde. Unzufrieden mit den ewigen Bevormundungen seitens der Produzenten brach Murnau vorzeitig seinen Fünf-Filme-Vertrag mit der Fox. Mit Dokumentarfilmer Robert Flaherty ("Nanuk, der Eskimo") bereiste Murnau die Südsee - vorher kaufte er einen Zweimaster und legte das Kapitänspatent ab -, um dort den Semi-dokumentarischen Film "Tabu" zu realisieren. Während der Dreharbeiten kam es zum Streit mit Flaherty und Murnau stellte das Werk allein fertig, bekam aber später extreme Schwierigkeiten mit der Zensur, weil viele Inselbewohnerinnen nackt zu sehen waren.

Weitere Filme von Murnau: "Der Knabe in Blau" (1919, verschollen), "Der Januskopf" (verschollen), "Abend - Nacht - Morgen" (verschollen), "Sehnsucht" (verschollen), "Satanas" (hier von existiert nur noch ein dreiminütiges Fragment), "Der Bucklige und die Tänzerin" (verschollen), "Der Gang in die Nacht" (alle 1920), "Schloss Vogelöd" (1921), "Marizza (verschollen), "Phantom" (beide 1922), "Die Austreibung" (1923, verschollen), "Die Finanzen des Großherzogs" (1924) und "Tartüff" (1926). Außerdem schrieb Murnau unter dem Pseudonym "Murglie" das Drehbuch zu dem Film "Komödie des Herzens" (1924).


Zur Filmografie von Friedrich Wilhelm Plumpe
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