Fritz Lang

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Brillanter Regisseur: Fritz Lang
Friedrich Christian Anton Lang
Geboren: 05.12.1890 in Wien, Österreich
Gestorben: 02.08.1976 in Beverly Hills, Los Angeles, Kalifornien, USA

"Metropolis" (1927) und "Das Schloss im Schatten" (1955) teilen die gleiche Auffassung vom Universum, in dem der Mensch sein eigenes Schicksal in die Hand nimmt und unvermeidlich scheitert", schrieb einst der Filmkritiker Andrew Sarris. Fritz Lang, Hollywoodregisseur mit deutscher Filmvergangenheit? Aber er gehört doch uns! Nein. Soviel Entrüstung wird es heute nicht mehr hervorrufen. Denn Fritz Lang gilt bei uns, obwohl er noch mit 75 ein sehr robuster alter Herr war, in Deutschland nicht mehr viel. Sein Filmruhm hat bei uns schon mit "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" aufgehört und als er nach seinem "verzeihlichen Interim in den USA" 1956 nach Deutschland zurückkehrte, nahm man ihm übel, dass er nicht als Retter der deutschen Filmkunst auf den Plan trat.

Was aber gab es zu retten in einem Land, in dem zumindest auf dem Filmsektor der Geist der Vergangenheit nicht überwunden war? Bei uns gab es wieder eine UFA und viele Jahre später, als Fritz Lang resigniert hatte, wurde ein gewisser Dr. Fritz Hippler, ehemals Reichsfilmintendant und Regisseur des antisemitischen Films "Der ewige Jude" als Verteidiger der alten UFA ins Feld geführt. Fritz Lang, der "deutsche Regisseur", war nie ein Deutscher. In Wien geboren, hatte er dort Malerei und Architektur studiert, seine ersten Drehbücher geschrieben, bis ihn Erich Pommer 1920 entdeckte und nach Deutschland brachte. Lang ist mit Stummfilm-Epen wie "Nibelungen" ("Die Nibelungen (1): Siegfried", "Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache"), "Metropolis" oder "Dr. Mabuse - Der Spieler" in die Filmgeschichte eingegangen. Er ist für das Publikum der Klassiker des frühen deutschen Films geblieben, eines Films, von dem 1924 Herbert Ihering sagt: "Es gibt auf diesem Weg keine Entwicklung. Die Armut und Verlegenheit des stilisierenden Films hat sich endgültig erwiesen - trotz technischer Vollkommenheit, trotz fabelhafter Fotografie, und Fritz Lang selbst wird einsehen, dass er einen anderen Weg gehen muss, um weiterzugehen.

Fritz Langs neuer Weg führte erst einmal zu einem Scheitern: 1932 drehte er nach dem alten Stoff seiner Frau Thea von Harbou einen weiteren Das Testament des Dr. Mabuse-Film. 1932 soll der wahnsinnige Doktor erneut die Welt terrorisieren. In der Zelle einer Nervenheilanstalt schreibt er Chronik und Leitfaden des totalen Verbrechens. Was immer es an Attacken gegen die Menschheit gibt, wird in diesem wahnsinnigen Gehirn erdacht. Die Systematik des irren Doktors war es, durch scheinbar willkürliche Terrorakte eine Verängstigung des Bürgers zu erreichen, um ihn auf die geplante Schreckensherrschaft vorzubereiten. Adolf Hitler hatte "Mein Kampf" in der Internierung in Landsberg geschrieben, Mabuse schreibt sein Lehrbuch des Verbechens in einer Zelle - Vergleich und Widmung waren unmissverständlich. Die Machtergreifung kam der Aufführung des Films zuvor: Goebbels verbot ihn nach der Premiere, hätte doch dieser Film ein unerwünschtes Echo erzeugen können.

Fritz Lang ist in Amerika dem Grundthema vom unerbittlichen Kampf gegen ein gnadenloses Schicksal treu geblieben. Er verschreibt sich nicht einfach kritiklos dem Hollywood-Rhythmus, er nutzt ihn für seine Zwecke. War sein Held der Zwanzigerjahre eine Klischeefigur deutscher Kinomythologie, so ist der Protagonist der amerikanischen Filme ein "normaler Bürger", mit dem sich das Publikum identifizieren kann. Dennoch waren die ersten drei Lang-Filme kommerziell unergiebig, doch das lag an den Themen und ihrer sozialpolitischen Relevanz: "Blinde Wut" (1936) - die Geschichte vom braven Amerikaner, den man wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Kidnapper lynchen will -, "Gehetzt" (1936), in dem ein Vorbestrafter am Misstrauen seiner Mitbürger scheitert und eine Variation dieses Themas in "Du und ich" (1938).

Mit zwei Western "Rache für Jesse James" und "Überfall der Ogalalla" (beide 1940) für die Centfox konnte er sich auf dem Markt durchsetzen, mit den Polit-Thrillern "Menschenjagd" (1941), "Auch Henker sterben" (1943) und "Ministerium der Angst" (1944) gewann er an Prestige und dann begann die Zeit der Gangster- und Polizeifilme, mit denen Fritz Lang ein wirklicher Hollywood-Routinier wurde. "Heißes Eisen" von 1953 ist typisch für sein Lavieren zwischen dem Reglement der Studios und seiner persönlichen Aussage. Der Film passt sich der Story nach ganz der Schablone des amerikanischen Kinos an: Ein Gangster terrorisiert die Stadt, ein aufrechter Polizist siegt unter schweren Opfern. Ein Leitbild in der normalen Umgebung seiner Familie, der Familiensinn dient nach der Katastrophe als Motor des fanatischen Hasses. Zwar folgt der Film dem Code, dass sich Verbrechen nicht auszahlt, doch die Verbrechen im Namen der Legalität erhalten ihr Alibi - Fritz Lang entlarvt das.

Bei all der spürbaren Sparsamkeit waren seine beiden Indien-Filme, mit denen er nach dem Krieg in Deutschland wieder Fuß fasste, von hohem Reiz. 1958 drehte er "Der Tiger von Eschnapur" und "Das indische Grabmal". Man muss diese bunten Abenteuerfilme nicht gleich zum reifen Spätwerk hochstilisieren, um daran Gefallen zu finden und überraschende Schönheiten zu entdecken. Miserable Besetzungsbedingungen waren ein Handikap: Walter Reyers Klischee vom magischen Maharadscha, René Deltgens Bilderbuch-Bösewicht, Debra Paget, die nur mit Augen und Füßen spielte, - sie alle fügten sich in die Langschen Dekorationen ein, zu Mustern, Diagonalen, zu Requisiten in der Szenerie. Aus einer Vielzahl statischer Einstellungen holt Lang mehr Action als viele seiner Kollegen mit hastig rotierender Kamera. Im Dialog ist stets vom Sieg des Guten, vom Tod des Bösen, von der alles überwindenden Liebe die Rede, aber Lang versteht es in hintergründiger Ironie, die Papiersätze ad absurdum zu führen. Seine späte Realisierung eines alten Projekts wurde lange bei uns unterschätzt, wie auch seinem letzten Film "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" von 1960 die Provinzialität des deutschen Kinos jener Jahre fehlte. Ohne die Sprengkraft der Mabuse-Filme von 1922 und 1932 haftet ihm das Persönliche Langscher Kinoästhetik an.

"Das eine, das starre, das Kinoauge sieht mehr als das Paar, das auf jeden Reiz reagiert... Einen eigenen Blick haben, eine eigene Perspektive, und Bilder machen können, die identifizierbar sind, von Vorgängen, die bis dahin der Darstellung sich entzogen. Dinge konstruieren, die mehr sind als bloß Häuser, in denen man wohnt" schreibt Frieda Grafe über Fritz Lang, der seit 1922 nur mit einem Auge sah, aber mit geringen Mitteln unglaubliche Bilder schuf.

Weitere Filme von Fritz Lang: "Halbblut", "Die Spinnen - Der goldene See", "Harakiri", "Die Pest in Florenz", "Der Herr der Liebe" (alle 1919), "Die Spinnen - Das Brillantenschiff", "Das wandernde Bild" (beide 1920), "Der müde Tod", "Vier um eine Frau" (beide 1921), "Spione" (1927), "Frau im Mond" (1929), "Liliom" (1934), "Confirm Or Deny" (1941, ungenannt), "Nacht im Hafen" (1942, ungenannt), "Gefährliche Begegnung" (1944), "Straße der Versuchung" (1945), "Im Geheimdienst" (1946), "Das Geheimnis hinter der Tür" (1947), "Das Haus am Fluss", "Der Held von Mindanao" (beide 1950), "Engel der Gejagten", "Gardenia - Eine Frau will vergessen", "Vor dem neuen Tag" (alle 1952), "Lebensgier" (1954), "Die Bestie", "Jenseits allen Zweifels" (beide 1956) und "Journey To The Lost City" (1959).

Fritz Lang trat außerdem neben seiner Tätigkeit als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent dreimal auch als Darsteller in Erscheinungen: 1917 in "Hilde Warren und der Tod", 1919 in "Der Herr der Liebe" und 1963 in Jean-Luc Godards "Die Verachtung".


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