Jacques Tourneur

Jacques Tourneur
Geboren: 12.11.1904 in Paris, Frankreich
Sternzeichen: Skorpion
Gestorben: 19.12.1977 in Bergerac, Dordogne, Frankreich

Seit seinem zehnten Lebensjahr lebte der Franzose Jacques Tourneur in den USA, und hier sollte er sich später, wie viele Europäer bis in heutige Zeiten, einen ausgezeichneten Ruf erwerben: als zuverlässiger Regisseur, der mit wenig Geld viel leistet. Jacques Tourneur kam als Sohn des Regisseurs Maurice Tourneur schon früh mit Kino in Berührung. Sein Vater war von 1912 bis 1948 im Filmgeschäft aktiv, verfilmte unter anderem "Die Schatzinsel" mit Lon Chaney und "Der letzte Mohikaner" mit Boris Karloff (beide 1920). Bei ihm lernte Jacques sein Handwerk.

Er begann bei MGM als Bürojunge und arbeitete gelegentlich als Gehilfe seines Vaters. 1928 ging er als Cutter für dessen Filme zurück nach Frankreich. Dort gab er 1931 auch sein Regiedebüt: "Tout ça ne vaut pas l'amour". Groß heraus kam er allerdings erst später in Hollywood, obwohl er dort zunächst keinen Job fand. Bei David O. Selznick, dem größten Filmmogul der damaligen Zeit, durfte er hier und da im zweiten Stab Regie führen.

Seine erste Regiearbeit auf amerikanischem Boden war "They all came out" (1939) mit Rita Johnson. In den 40er Jahren bewährte sich Tourneur als inspirierter Regisseur kleiner Horrorfilme und als Kleinmeister des Film Noir. Berühmt machten ihn zwei subtile Gruselfilme, in denen die Andeutung über den Schock triumphiert: "Katzenmenschen" (1942) und "Ich folgte einem Zombie" (1943). Vor allem der zweite ist ein zeitloser Klassiker. Jacques Tourneur zeigte sich in diesen Filmen als großer Könner, was den Einsatz von Licht und Schatten angeht. Wenn man überhaupt einen Horrorfilm als "schön" bezeichnen kann, dann "Ich folgte einem Zombie" mit seinen wunderbaren geisterhaften Bildmotiven und seiner atmosphärischen Genauigkeit.

Beide Horrorfilme wurden große kommerzielle Erfolge. Danach war Tourneur ein begehrter Mann für alle Arten von B-Filmen, wobei er sich in allen Genres zu Hause zeigte. Stets lieferte er saubere Arbeit ab. Zu seinen Werken zählen "Experiment in Terror" (1944), "Feuer am Horizont" (1946), "Goldenes Gift" und "Berlin-Express" (beide 1947), "Die Piratenkönigin", "König der Gauchos" (1952). Ein guter Heldenwestern war "Wichita" (1955) mit Joel McCrea als Wyatt Earp. Und nach dem Film-Noir-Klassiker "Wenn die Nacht anbricht" (1957) gelang ihm mit "Der Fluch des Dämons" (1957) noch einmal ein stimmungsvoller Horrorfilm.

Seit Ende der Fünfzigerjahre arbeitete Tourneur verstärkt für das Fernsehen, wo er die Serien "Nordwest Passage" (1958) - aus dem Zusammenschnitt von drei Episoden entstand 1959 der Western "Feind im Rücken"- und für "Twilight Zone" (1959) arbeitete. Für "Die Schlacht von Marathon" (1959) verschlug es ihn gar in die Gefilde des italienischen "Sandalenfilms", ein billiger Schinken mit Steve Reeves und Mylène Demongeot. Nach "Ruhe Sanft GmbH" drehte er seinen letzten Kinofilm 1965: "Komödie des Grauens". Danach widmete er sich ausschließlich der TV-Arbeit. Seine besten Filme haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.


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