Die Atommüll-Lüge

  • Solange es noch kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll gibt, lagert das gesamte hochradioaktive Material in Deutschland oberirdisch - so wie hier im Zwischenlager Ahaus. Vergrößern
    Solange es noch kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll gibt, lagert das gesamte hochradioaktive Material in Deutschland oberirdisch - so wie hier im Zwischenlager Ahaus.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • In Deutschland gibt es noch kein Endlager für hochradioaktiven Müll. Bis es gefunden ist, wird das gesamte Material oberirdisch in Castoren gelagert - so wie hier im Zwischenlager Ahaus. Ein riskantes Konzept. Vergrößern
    In Deutschland gibt es noch kein Endlager für hochradioaktiven Müll. Bis es gefunden ist, wird das gesamte Material oberirdisch in Castoren gelagert - so wie hier im Zwischenlager Ahaus. Ein riskantes Konzept.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • Für hochradioaktiven Atommüll gibt es noch kein Endlager. Forscher suchen fieberhaft danach - wie hier im Untertagelabor in Äspö in Schweden. Hier können sich auch Besucher über die Endlagerpläne der Regierung informieren. Vergrößern
    Für hochradioaktiven Atommüll gibt es noch kein Endlager. Forscher suchen fieberhaft danach - wie hier im Untertagelabor in Äspö in Schweden. Hier können sich auch Besucher über die Endlagerpläne der Regierung informieren.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • Einblicke in die Zukunft: Dieses selbstfahrende Gerät soll später einmal radioaktiven Atommüll zu den Einlagerungskammern transportieren. Deutsche Ingenieure haben den Prototyp für das schwedische Endlager entworfen. Vergrößern
    Einblicke in die Zukunft: Dieses selbstfahrende Gerät soll später einmal radioaktiven Atommüll zu den Einlagerungskammern transportieren. Deutsche Ingenieure haben den Prototyp für das schwedische Endlager entworfen.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • Im Felslabor im schwedischen Äspö arbeiten Techniker und Ingenieure nicht nur an der sichersten Einlagerungsmethode - sie müssen auch ganz neue Gerätschaften erfinden, um das hochradioaktive Material sicher unter die Erde zu bringen. Dieser Prototyp soll ohne Fahrer auskommen. Vergrößern
    Im Felslabor im schwedischen Äspö arbeiten Techniker und Ingenieure nicht nur an der sichersten Einlagerungsmethode - sie müssen auch ganz neue Gerätschaften erfinden, um das hochradioaktive Material sicher unter die Erde zu bringen. Dieser Prototyp soll ohne Fahrer auskommen.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • Die Schachtanlage Asse: Hier lagern 126.000 Behälter mit mittel- bis schwachradioaktivem Müll. Der alte Salzstock ist marode. Fieberhaft versuchen Mitarbeiter, den alten Salzstock zu stabilisieren, um die Fässer irgendwann einmal bergen zu können. Vergrößern
    Die Schachtanlage Asse: Hier lagern 126.000 Behälter mit mittel- bis schwachradioaktivem Müll. Der alte Salzstock ist marode. Fieberhaft versuchen Mitarbeiter, den alten Salzstock zu stabilisieren, um die Fässer irgendwann einmal bergen zu können.
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  • Im schwedischen Felslabor Äspö wird sie schon geprobt, die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll. 500 Meter unter der Erde, tief im Granitfelsen, läuft seit rund 10 Jahren ein Langzeitversuch mit wärmeentwickelnden Einlagerungsbehältern. Die Ergebnisse stehen noch aus. Vergrößern
    Im schwedischen Felslabor Äspö wird sie schon geprobt, die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll. 500 Meter unter der Erde, tief im Granitfelsen, läuft seit rund 10 Jahren ein Langzeitversuch mit wärmeentwickelnden Einlagerungsbehältern. Die Ergebnisse stehen noch aus.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • Die Suche nach einem Endlager für Atommüll ist in Deutschland geprägt von Ängsten und Misstrauen. Folgen einer verfehlten Atompolitik in Deutschland. Vergrößern
    Die Suche nach einem Endlager für Atommüll ist in Deutschland geprägt von Ängsten und Misstrauen. Folgen einer verfehlten Atompolitik in Deutschland.
    Fotoquelle: ZDF/Andrew Dwarka/Docuvista
  • Dr. Thomas Schäfer und seine Mitarbeiter vom Institut für Nukleare Entsorgung in Karlsruhe erforschen, wie sich radioaktive Stoffe in den verschiedenen Wirtsgesteinen verhalten. Ein Endlager könnte in Deutschland in Ton, Salz oder Granit gebaut werden. Vergrößern
    Dr. Thomas Schäfer und seine Mitarbeiter vom Institut für Nukleare Entsorgung in Karlsruhe erforschen, wie sich radioaktive Stoffe in den verschiedenen Wirtsgesteinen verhalten. Ein Endlager könnte in Deutschland in Ton, Salz oder Granit gebaut werden.
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Hies/Docuvista Fi
Report, Dokumentation
Die Atommüll-Lüge

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
3sat
Do., 06.09.
20:15 - 21:00


Spätestens 2022 geht das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Bis dahin werden rund 29.000 Kubikmeter hoch radioaktiver Atommüll entstanden sein. Bis heute weiß niemand, wohin damit.

Wissenschaftler wollen ein unterirdisches Endlager für den strahlenden Müll errichten - sicher für eine Million Jahre, gewappnet gegen Naturkatastrophen, Klimawandel, Terroranschläge und zerfallende Castor-Behälter. Kann es das überhaupt geben? Die Fahndung nach dem perfekten Endlager gleicht der Suche nach der sprichwörtlichen "Eier legenden Wollmilchsau". Denn dieser Ort muss nicht nur allen denkbaren Naturkatastrophen trotzen, vom Erdbeben bis zum Meteoriten-Einschlag: Er muss auch sämtlichen schleichenden Umweltveränderungen standhalten und selbst dann noch sicher sein, wenn alle Atommüllbehälter sich in ihre Bestandteile zersetzt haben. Natürlich sollte das Endlager auch von außen zugänglich sein, um im schlimmsten Fall marode Fässer zu bergen und - so der Wunsch der Politik - die volle Zustimmung der Bevölkerung zu erhalten.

Ist dieses verzweifelt gesuchte "perfekte Endlager" also nur ein Hirngespinst und schon die Bezeichnung "Endlager" eine Täuschung? Oder ist das Konzept vom "eine Million Jahre" sicheren Lager ein Konstrukt der Politik, um in absehbarer Zeit keine Entscheidung treffen zu müssen? Setzt hier die Politik Rahmenbedingungen, die wissenschaftlich nicht erfüllbar sind? Was passiert, wenn das Lager wirklich da und endlich voll ist? Wie wollen wir den Müll eine Million Jahre lang kontrollieren - mit Messgeräten, die nach neuestem Stand der Technik gerade einmal maximal 100 Jahre halten? Oder einfach alles zuschütten und Gras über die Sache wachsen lassen?

In Finnland und Schweden sind Forschung, Politik und Bevölkerung in Sachen Atomares Endlager schon ein gutes Stück weiter als in Deutschland, aber auch dort hat man die ultimative Lösung mit "Ewigkeitsgarantie" noch nicht gefunden. Wissenschaftler und sogar Atomkraftgegner fordern nun den Abschied vom Konzept des Eine-Million-Jahre-Endlagers zugunsten eines hinlänglich sicheren Endlagers auf Zeit. Ein solches "vorläufiges Endlager" würde die Suche nach dem idealen Ort möglicherweise beschleunigen. Die Wissenschaftsdokumentation "Die Atommüll-Lüge" entlarvt das Märchen vom "sicheren" Endlager und fragt: Was ist nach heutigem Stand das kleinste Übel im Umgang mit Atommüll?

Spätestens 2022 geht das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Bis dahin werden rund 29 000 Kubikmeter hoch radioaktiver Atommüll entstanden sein. Bis heute weiß niemand, wohin damit.
Wissenschaftler wollen ein unterirdisches Endlager für den strahlenden Müll errichten - sicher für eine Million Jahre, gewappnet gegen Naturkatastrophen, Klimawandel, Terroranschläge und zerfallende Castor-Behälter. Kann es das überhaupt geben?
Die Fahndung nach dem perfekten Endlager gleicht der Suche nach der sprichwörtlichen "Eier legenden Wollmilchsau". Denn dieser Ort muss nicht nur allen denkbaren Naturkatastrophen trotzen, vom Erdbeben bis zum Meteoriten-Einschlag: Er muss auch sämtlichen schleichenden Umweltveränderungen standhalten und selbst dann noch sicher sein, wenn alle Atommüllbehälter sich in ihre Bestandteile zersetzt haben.
Natürlich sollte das Endlager auch von außen zugänglich sein, um im schlimmsten Fall marode Fässer zu bergen und - so der Wunsch der Politik - die volle Zustimmung der Bevölkerung zu erhalten. Ist dieses verzweifelt gesuchte "perfekte Endlager" also nur ein Hirngespinst und schon die Bezeichnung "Endlager" eine Täuschung? Oder ist das Konzept vom "eine Million Jahre" sicheren Lager ein Konstrukt der Politik, um in absehbarer Zeit keine Entscheidung treffen zu müssen? Setzt hier die Politik Rahmenbedingungen, die wissenschaftlich nicht erfüllbar sind?
Was passiert, wenn das Lager wirklich da und endlich voll ist? Wie wollen wir den Müll eine Million Jahre lang kontrollieren - mit Messgeräten, die nach neuestem Stand der Technik gerade einmal maximal 100 Jahre halten? Oder einfach alles zuschütten und Gras über die Sache wachsen lassen?
In Finnland und Schweden sind Forschung, Politik und Bevölkerung in Sachen Atomares Endlager schon ein gutes Stück weiter als in Deutschland, aber auch dort hat man die ultimative Lösung mit "Ewigkeitsgarantie" noch nicht gefunden. Wissenschaftler und sogar Atomkraftgegner fordern nun den Abschied vom Konzept des Eine-Million-Jahre-Endlagers zugunsten eines hinlänglich sicheren Endlagers auf Zeit. Ein solches "vorläufiges Endlager" würde die Suche nach dem idealen Ort möglicherweise beschleunigen.
Die Wissenschaftsdokumentation "Die Atommüll-Lüge" entlarvt das Märchen vom "sicheren" Endlager und fragt: Was ist nach heutigem Stand das kleinste Übel im Umgang mit Atommüll?


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