Was hat die Gitarre mit Revolution zu tun? Wenn man Filmemacher Pierre-Paul Puljiz glaubt, sehr viel. In seinem spannenden Porträt nimmt er mit auf eine Reise durch die Musikgeschichte, zu Protestbewegungen und den größten Legenden der Zunft.

Woody Guthrie gilt bis heute als Legende des Folk, er hat keinen Geringeren als Bob Dylan maßgeblich beeinflusst. Guthrie verlieh vielen seiner Texte eine gesellschaftskritische Note und war damit auch ein Vordenker der musikalischen Protestbewegung, die sich als Teilaspekt der 68er-Bewegung manifestierte. Berühmt ist der US-amerikanische Singer-Songwriter auch durch einen Aufkleber, den er seiner Gitarre in den frühen 1940er-Jahren verpasste: "This machine kills fascists." Der französische Filmemacher Pierre-Paul Puljiz nimmt diese Aufschrift als Ausgangspunkt für seine Dokumentation "Die Gitarre – Revolution, Kult, Leidenschaft" und spinnt daraus ein kulturhistorisches Porträt des Instruments und seinem Status als Waffe politischer und sozialer Bewegungen des 20. Jahrhunderts.

Der knapp einstündige Film vollzieht aber nicht nur die Rolle der Gitarre als Mittel zum Protest gegen Rassentrennung, soziale Ungerechtigkeiten oder Krieg nach. Er rekapituliert auch die Entwicklung von der Akustikgitarre zur E-Gitarre, die wachsende Popularität des Instruments im Rock'n'Roll und der darauffolgende Bedeutungsverlust in den diskolastigen 80er-Jahren. Für seinen Film konnte Puljiz zahlreiche Musikgrößen, wie Wayne Kramer von MC5, Steppenwolf-Frontmann John Kay oder Judy Collins gewinnen. Die Herzen von Musikfans und Gitarrenfetischisten dürften zudem dank Archivaufnahmen von Chuck Berry, Elvis Presley, Bob Dylan, Jimi Hendrix und vielen mehr höherschlagen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst