Die Hände meiner Mutter

  • Markus' (Andreas Döhler) Geschichte belastet auch die Beziehung zu seiner Frau (Jessica Schwarz). Vergrößern
    Markus' (Andreas Döhler) Geschichte belastet auch die Beziehung zu seiner Frau (Jessica Schwarz).
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/Timo Schwarz
  • "Die Hände meiner Mutter" erzählt eine beklemmende Familiengeschichte. Andreas Döhler brilliert in der Hauptrolle. Vergrößern
    "Die Hände meiner Mutter" erzählt eine beklemmende Familiengeschichte. Andreas Döhler brilliert in der Hauptrolle.
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/Timo Schwarz
  • Aussprache zwischen Mutter und Sohn: Markus (Andreas Döhler) erlebt seine Mutter (Katrin Pollitt) überaus kalt. Vergrößern
    Aussprache zwischen Mutter und Sohn: Markus (Andreas Döhler) erlebt seine Mutter (Katrin Pollitt) überaus kalt.
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/Timo Schwarz
  • Die übergriffige Mutter (Katrin Pollitt) zeigt keine Reue. Vergrößern
    Die übergriffige Mutter (Katrin Pollitt) zeigt keine Reue.
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/Timo Schwarz
  • Jahrelang hat Markus (Andreas Döhler) die traumatischen Erlebnisse verdrängt. Nun muss seine Ehefrau Monika (Jessica Schwarz) hilflos mit ansehen, wie er an dem Leid zu zerbrechen droht... Vergrößern
    Jahrelang hat Markus (Andreas Döhler) die traumatischen Erlebnisse verdrängt. Nun muss seine Ehefrau Monika (Jessica Schwarz) hilflos mit ansehen, wie er an dem Leid zu zerbrechen droht...
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/Timo Schwarz
  • Zur Primetime strahlt 3sat die Dokumentation "Das System Jegge" aus, die von einem Missbrauchskanal in der Schweiz erzählt. Vergrößern
    Zur Primetime strahlt 3sat die Dokumentation "Das System Jegge" aus, die von einem Missbrauchskanal in der Schweiz erzählt.
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/SRF
  • Mechthild Gaßners Dokumentation "Das dunkle Geheimnis" (22.45 Uhr, 3sat) lässt Frauen zu Wort kommen, die früher sexuell misshandelt wurden. Vergrößern
    Mechthild Gaßners Dokumentation "Das dunkle Geheimnis" (22.45 Uhr, 3sat) lässt Frauen zu Wort kommen, die früher sexuell misshandelt wurden.
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/Yoliswa von Dallwitz
  • Perspektivwechsel um 23.30 Uhr auf 3sat: "Gefährliche Lust - Der Kampf gegen Kindesmissbrauch" begleitet unter anderem einen pädophilen Mann. Psychologin Michaela Stiegler spricht mit ebensolchen Menschen. Vergrößern
    Perspektivwechsel um 23.30 Uhr auf 3sat: "Gefährliche Lust - Der Kampf gegen Kindesmissbrauch" begleitet unter anderem einen pädophilen Mann. Psychologin Michaela Stiegler spricht mit ebensolchen Menschen.
    Fotoquelle: 3sat/ZDF/SWR/luckfilm
Spielfilm, Drama
Der Ekel der Vergangenheit
Von Heidi Reutter

Infos
Originaltitel
Die Hände meiner Mutter
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2015
Kinostart
Do., 01. Dezember 2016
3sat
Mi., 26.09.
21:05 - 22:45


Hinschauen, wo es weh tut: Regisseur Florian Eichinger erzählt im Drama "Die Hände meiner Mutter" erneut über Missbrauch innerhalb der Familie.

Nach dem Vater-Sohn-Drama "Bergfest" (2009) und "Nordstrand" (2012) widmete sich Regisseur Florian Eichinger einmal mehr dem Thema der familiären Gewalt. Erzählte der deutsche Filmemacher in "Bergfest" vom Missbrauch eines Sohnes durch den Stiefvater, wird im letzten Teil seiner Trilogie die Mutter zur Täterin. Keine Frage: "Die Hände meiner Mutter" (2016) ist ein Wagnis. Ein gelungenes jedoch: Auf dem Münchner Filmfest geriet das Drama im Jahr 2016 zum großen Gewinner und wurde unter anderem mit dem Förderpreis in der Kategorie Regie bedacht. Völlig zu Recht. 3sat wiederholt das Drama im Rahmen des Themenabends "Missbrauch".

Markus (Andreas Döhler) scheint ein glückliches Leben zu führen. Er ist erfolgreicher Ingenieur und Familienvater. Aber die Schatten der Vergangenheit lauern im Verborgenen: Als Kind wurde er von seiner Mutter Renate (Katrin Pollitt) mehrfach sexuell missbraucht. Die traumatischen Erlebnisse hatte er lange verdrängt – bis durch einen kleinen Zwischenfall die bösen Erinnerungen an die Oberfläche gelangen. So beschließt er, beim Familientreffen zum Geburtstag seines Vaters (Heiko Pinkowski) die Verwandtschaft damit zu konfrontieren und endlich das Unaussprechliche zum Thema zu machen.

"Die Hände meiner Mutter" hat Florian Eichinger akribisch vorbereitet; über viele Jahre führte der Regisseur intensive Gespräche mit Opfern und Psychologen. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Tabuthema macht den Film zu einem dichten und bewegenden Psychogramm eines Mannes, der verzweifelt versucht, das erlittene Trauma loszuwerden. Das eigene Leben droht ihm dabei jedoch zu entgleiten.

Die feinfühlige Inszenierung ist nicht moralisierend und verliert sich auch nicht in Dämonisierung. Vielmehr übt sich Eichinger in einer stillen und nüchternen Beobachtung, die auf diese Weise eine ungeheure emotionale Wucht entfaltet. Die Besetzung des tristen Dramas scheint zudem perfekt: Jessica Schwarz überzeugt mit einem nuancierten Spiel in der Rolle der hilflosen Ehefrau. Hauptdarsteller Döhler macht mit seinem glaubwürdigen Spiel auf beklemmende Weise erfahrbar, wie sich die Hölle auf Erden anfühlen muss.

3sat zeigt im Rahmen des Themenabends zur Primetime die Dokumentation "Das System Jegge", die über einen Schweizer Missbrauch-Skandal berichtet. Im Anschluss (22.45 Uhr) an "Die Hände meiner Mutter" folgt die Dokumentation "Das dunkle Geheimnis", in der drei Frauen von ihrem Leiden erzählen. Danach gibt es einen Perspektivwechsel: Um 23.30 Uhr begleitet die Dokumentation "Gefährliche Lust – Der Kampf gegen Kindesmissbrauch" unter anderem einen pädophilen Mann.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Die Hände meiner Mutter" finden Sie hier.


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Der Trailer zu "Die Hände meiner Mutter"

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