Zwei neue Filme der ARD-Donnerstags-Krimireihe sind bereits in der Mache. Vor deren Ausstrahlung zeigt Das Erste den zweiten Teil, der dunkel und hart geraten ist. Schade nur, dass man sich nicht vollends für einen Arthaus-Krimi entscheiden konnte.

"Über die Grenze: Gesetzlos" beginnt dort, wo der erste Film der Krimireihe im Ersten eine Woche zuvor aufhörte. Jungpolizistin Leni Herold (Anke Retzlaff) ist traumatisiert der Geiselhaft bei zwei Schwerverbrechern entkommen. Vater Steffen (Thomas Sarbacher) versucht derweil, mit seinem mysteriösen alten Kumpel, dem französischen Ermittler Yves Kléber (Philippe Caroit), einen Russenmafia-Clan auszuheben. Der macht im deutsch-französischen Grenzgebiet bei Kehl gute Geschäfte. Als der Sohn des brutalen Bosses Jegor Sobolew (Johannes Krisch) bei einem missglückten Drogendeal ums Leben kommt, droht ein Rachefeldzug der kompromisslosen Gangster. Haben die deutsch-französischen Grenzpolizisten gegen den verschwiegenen und auf Ehre gebürsteten Russen-Clan überhaupt eine Chance?

Der Handlungsort Kehl gibt wenig her, dafür wird das Leben, Leiden und Sterben der Protagonisten mit emotionaler Fallhöhe und in meist dunklen Farben ausgeleuchtet. Würde man auf das ein oder andere Klischee beim Zeichnen der Nebenfiguren verzichten, wäre die ordentliche Filmreihe, die mehr Thriller als Mitrate-Krimi ist, noch stärker. So reicht es für "Über die Grenze: Gesetzlos", das beim starken Finale endlich das Beziehungsgeheimnis zwischen Herold und Kléber aufklärt, immerhin zum Titel "Donnerstagskrimisieger".

Ende Mai 2019 wurden zwei neue Folgen "Über die Grenze" abgedreht. Regie führte wie bei beiden ersten Filmen vom Dezember 2017 Michael Rowitz ("Mit Burnout durch den Wald"). Nicht mehr dabei ist allerdings Hauptdarsteller Thomas Sarbacher, der von Carlo Ljubek ("Das Leben danach", "Tatort: Damian") ersetzt wird. Wann die beiden neuen "Über die Grenze"-Filme ausgestrahlt werden, ist noch nicht bekannt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst