Mitte der Sechzigerjahre erlebt die Tipp-Kick-Manie ihren Höhepunkt. Selbst in verschlafenen Provinzkäffern wird jene Art des Tischfußballs gehegt und gepflegt. Auch der schüchterne Hans Günter steckt seine Freizeit in die Figuren und bemalt eine sogar liebevoll. Als er dann der hübschen Fotografin Marion begegnet und Hans Günthers geliebter Tipp-Kicker durch Fotochemikalien, Blitz und Donner zum Leben erweckt wird, hat dies ungeahnte Wirkungen. Denn eben aus jenem Tipp-Kicker wird schon bald der berühmte Top-Kicker Günter Netzer...

Theaterregisseur Gil Mehmert bietet mit seinem Spielfilmdebüt eine kleine, aber feine Hommage an Fußball-Legende Netzer. Man merkt zwar, dass das filmische Material nicht über TV-Niveau hinauskommt, dafür überraschen aber die vielen skurrilen Einfälle und die guten Darsteller. Wie hier Netzer als ehemaliger Tipp-Kicker präsentiert wird (etwa der Weg vom Plastik-Look der Frisur bis zur Netzer-Mähne), ist ein wahrer Knüller und sollte von keinem Fußball-Fan verpasst werden.

Foto: timebandits films