Einmal mehr bewegte Bilder über die viel verfilmte Prohibitionszeit Amerikas: Billy Bathgate, ein Junge aus der New Yorker East-Bronx, will nach oben und macht sich an den Gangsterboss Dutch Schultz ran. Als Laufbursche bekommt der Junge einiges von der kriminellen Arbeitsweise seines Chefs mit. Verrat und Mord geben einander die Hand. Als Billy die Zeugin eines Mordes betreuen soll, verliebt er sich in sie ...

Trotz des raffiniert aufgebauten Dekors, das die dunstige Atmosphäre der Depression, die große Zeit des Gangstertums, noch einmal aufleben lässt, verliert sich der Film mehr und mehr in schmalziger Langeweile - leider wird dies auch durch die Musik des ansonsten hervorragenden Komponisten Mark Isham verstärkt. Anstatt den Zuschauer mit Spannung zu fesseln, kommt der ansonsten hervorragende Regisseur Robert Benton mit holperigen Schnittsequenzen daher. Außerdem ist dem Gangsterfilm spätestens seit Coppolas "Pate"-Trilogie oder Leones "Es war einmal in Amerika" sowieso nichts mehr hinzuzufügen, es sei denn man heißt Coen ("Miller's Crossing") oder Beatty ("Dick Tracy"), die mit ihren Filmen neue und eigenwillige Wege in Sachen Dreissigerjahre-Gangster begehen konnten. So ist "Billy Bathgate" ein überlanges und plakatives Machwerk, bei dem selbst das "furiose" Niedermetzeln am Ende eher wie hübsch verpackte Mozartkugeln wirkt. Lediglich die Schauspieler sorgen für gute Momente, allem voran Bruce Willis, der gleich zu Beginn ermordet wird.

Foto: Touchstone/Disney