"Die eine war etwa 26 und hatte rote Haare. Die andere sah aus wie 20, war schwarzhaarig und hatte, ich glaube, es war eine Ratte auf ihrer Schulter." So erste Zeugenaussagen nach dem Banküberfall über das Aussehen der beiden Frauen, die sich vor der gesetzlosen Tat nicht mal kannten. Die Damen hinterlassen einen bleibenden Eindruck, denn zum Abschied zwingen sie die Angestellten und Kunden der geplünderten Bank, die Nationalhymne anzustimmen. Ein patriotischer Abgang für Lisa und Anna sowie Auftakt für einen landesweiten Raubzug, der sie zum populärsten Gangsterduo der deutschen Nachkriegsgeschichte macht. Gejagt als Banditinnen, geliebt als weibliche Robin Hoods, die ihre Beute immer wieder unter Bedürftigen verteilen, flüchten sie in Annas 64er Tschaika immer weiter gen Norden. Von Überfall zu Überfall, gehetzt von der Polizei und beobachtet von dem undurchsichtigen Paul - zwei ungleiche Frauen, vereint durch den Zufall, verbunden durch den gemeinsamen Weg.

Peter Welz drehte das derb-wilde Road-Movie mit vielen unglaubwürdigen Wendungen. Außerdem wirken viele Szenen so, als ob der Regisseur seinen beiden Hauptdarstellerinnen viel zu viel Freiraum gelassen hätte. Das Ganze ist ein unausgegorene Mischung aus Buddy-Movie, Action- Film und überzogenener Klamotte.

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