1946 in Leningrad, es ist der erste Winter nach Kriegsende: 51 deutsche Wehrmachtssoldaten, die in russische Gefangenschaft geraten sind, werden aufgrund von Platzmangel in ein Frauenlager zwangsverlegt. Die weiblichen Führungskräfte, zu denen auch die Lagerärztin Natascha gehört, unterstehen allerdings dem Oberbefehl des unerbittlichen russischen Kommandanten Pavlov, der regelmäßige Kontrollbesuche durchführt und hundertprozentiger Stalinist ist. Zwischen Natascha und dem Deutschen Max entwickelt sich eine zarte Liebesbande, die Pavlov jedoch kritisch beäugt. Denn Max und sein Freund Klaus gehören zu seinen Hauptverdächtigen und Pavlov unterstellt ihnen, untergetauchte SS-Offiziere zu sein. Während Natascha und Max sich auf einem eigens organisierten Ball näher kommen, weiß Klaus die Situation für sich auszunutzen, denn ihm ist jedes Mittel recht, um der drohenden Exekution zu entkommen ...

Nach einer wahren Geschichte inszenierte Regisseur Tom Roberts, der sich in seiner Dokumentarfilmer-Laufbahn mit militärgeschichtlichen Themen auseinandergesetzt hatte, dieses von Kameramann Sergei Astakhov in prächtigen Bildern eingefangene Historiendrama, das die schreckliche wie entbehrungsreiche Nachkriegszeit wieder aufleben lässt. Allerdings hätte man der nicht immer glaubwürdigen internationalen Koproduktion, die mit prominenter Besetzung im russischen St. Petersburg entstand, ein besseres Drehbuch und eine zielgerichtere Regie gewünscht. So ist dies lediglich ein weiteres, allerdings hochkarätig besetztes und gut gespieltes Werk (besonders Vera Farmiga gibt hier als Natascha eine wunderbare Vorstellung), dass sich nicht zwischen Liebesgeschichte und Kriegsdrama entscheiden kann.

Foto: ARD/Degeto