Max Teller, ein Mittfünfziger, ist Diplomgeologe und Prospektor für Bodenschätze. Er lebt in Zürich und ist vom einen auf den anderen Tag einfach verschwunden. Das muss noch nicht viel heißen: Max Teller ist die meiste Zeit weg - denn seine Auftraggeber sitzen in der ganzen Welt irgendwo in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Aber er hat seinem Freund Friedrich geschrieben, er würde nun aufhören mit dem Reisen und "anfangen zu denken". Friedrich glaubt, alles über Max Tellers Leben zu wissen - schließlich sind sie seit ihrer gemeinsamen Zeit am Lyzeum befreundet. Er fährt in die Schweiz, zieht nach ein paar Tagen im Hotel in Max' leer stehende Wohnung, benutzt dessen Bett, die Küche und das Klavier, aber Max taucht nicht auf - dafür aber Stationen aus seiner Vergangenheit, Episoden seines Lebens in Ecuador, Kuwait, Kuba, auf den Galapagos Inseln, auf einer Bohrinsel. Man sieht ihn als kleinen Jungen in seinem großbürgerlichen Bonner Elternhaus, seinen Taufpaten Konrad Adenauer, seinen Vater, der als Ministerialdirektor mit den Regierenden dieser Welt zusammentrifft, sein Studium während der Studentenrevolte und seinen kurzen Ausbruch aus dem bürgerlichen Leben als Hilfsarbeiter in einer Autofabrik: Szenen seines Lebens von 1952 bis 2006. Friedrich kennt alle diese Episoden aus den Erzählungen seines Freundes. Er kennt sie als Geschichten - aber natürlich weiß er nicht, was daran wahr und was erfunden ist.