Der Botschafter der Republik Miranda in Paris nutzt seinen Diplomatenstatus zum Heroinschmuggel, an dessen Erträgen er die befreundeten Ehepaare Thévenot und Sénéchal teilhaben lässt. Das gestattet ihnen einen luxuriösen Lebensstil; eine seiner Annehmlichkeiten, gesellige Tafelfreuden, müssen die Herrschaften neuerdings jedoch entbehren, weil ihnen stets etwas dazwischenkommt, wenn sie sich dazu treffen. Einmal liegt der Besitzer eines Feinschmeckerlokals wenig appetitanregend als Leiche im Speisesaal, dann wieder stört ein forscher Colonel mit seinen Männern das gemeinsame Mahl, von Tafel sprengenden akuten Liebesbedürfnissen ganz zu schweigen ...

Eine wahnwitzige Mixtur aus Farce und Tragödie, Traum und Wirklichkeit, die die illustre Gesellschaft genüsslich bloßstellt - ein typischer Buñuel-Film also. Der Regisseur entfaltet dieses groteske Panorama eines charmant-inhumanen, genusssüchtigen Großbürgertums mit spielerischer Eleganz, ohne dass der Film bei aller komödiantischen Leichtigkeit an aggressiver Schärfe früheren Werken nachsteht. Stars wie Delphine Seyrig, Stéphane Audran und Bulle Ogier glänzen in der surrealistischen Gesellschaftssatire, in der Buñuel das Bürgertum und seine Rituale erneut ad absurdum führt.

Foto: ARD/Degeto