Die 16-jährige Suzanne Simonin ist das uneheliche und deshalb auch ungeliebte Kind einer verarmten Adligen. Aus Geldnot wird das Mädchen gegen ihren Willen in ein Kloster geschickt. Sie findet zwar zunächst in der Äbtissin eine verständnisvolle Fürsorgerin, doch als diese die klösterlichen Mauern verlässt, ist Suzanne den Repressalien und Zudringlichkeiten der Nachfolgerin ausgeliefert. Je mehr sich das Mädchen dagegen wehrt, desto schlimmer wird ihre Lage. So kennt sie bald nur noch Qual und Leid...

Nach dem gleichnamigen Diderot-Roman gelang es Jacques Rivette überaus eindringlich, das Leben hinter den Klostermauern zu schildern. Er stellt den Konvent fast schon mit einem Gefängnis gleich, in dem dann noch fröhlich von Seiten der Obrigkeit mit den Zöglingen experimentiert wird. Dank toller Schauspieler - allen voran Anna Karina in der Hauptrolle - wird hier die Qual der Protagonisten beinahe physisch spürbar. Der Film sorgte seinerzeit in Frankreich für einen Skandal und wurde sogar zeitweise auf Betreiben der Kirche von der Zensur verboten.

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